Der zwölfjährige Bub, der vergangene Woche auf einem Spielplatz im niederösterreichischen Ziersdorf (Bezirk Hollabrunn) mit einer Pistole in die Luft geschossen und ein anderes Kind bedroht haben soll, ist nun in einer Kriseneinrichtung des Landes untergebracht worden. Das bestätigte die Bezirkshauptmannschaft Hollabrunn am Montag.
„Die Kinder- und Jugendhilfe prüft derzeit, wie das Kindeswohl bestmöglich gesichert werden kann“, erklärte Bezirkshauptmann Karl-Josef Weiss gegenüber noe.ORF.at. Bis zur weiteren Klärung werde der Zwölfjährige in einer geschützten Einrichtung betreut.
Der Vorfall, der sich am Montag der Vorwoche ereignet hatte, war durch den Hinweis eines anderen Kindes bekannt geworden. Laut Polizei kam es auf dem Spielplatz zu einem Streit zwischen zwei Buben, in dessen Verlauf der Zwölfjährige eine Glock 19 zog, mehrmals in die Luft schoss und den anderen Jungen bedrohte.
Bei einer anschließenden Hausdurchsuchung fanden Polizisten die geladene und funktionsfähige Waffe im Kinderzimmer des Buben. Sie stammt laut Ermittlungen von seinem Vater, der mehrere Waffen illegal besaß – darunter zwei Faustfeuerwaffen und zwei Langwaffen. Drei dieser Waffen hatte der Mann nach dem Polizeieinsatz offenbar im Marchfeldkanal versenkt, wo sie später von Tauchern des Einsatzkommandos Cobra geborgen wurden.
Gegen den 44-jährigen Vater wird nach dem Waffengesetz sowie wegen Diebstahls ermittelt. Auch der Zwölfjährige muss sich wegen Verstößen gegen das Waffengesetz sowie wegen des Verdachts der Nötigung und gefährlichen Drohung verantworten.
Die Ermittlungen zur Herkunft der Waffen und zu den genauen Umständen des Vorfalls dauern an. Die Behörden betonen, dass der Fall deutlich mache, wie wichtig ein verantwortungsvoller Umgang mit Waffen im häuslichen Umfeld sei – insbesondere, wenn Kinder im Haushalt leben.