Mitten im November zeigt sich Österreich von seiner frühlingshaften Seite. Statt Frost und Nebel sorgen derzeit Sonnenschein und milde Temperaturen in weiten Landesteilen für ungewohnte Wärme – und das gleich mehrere Tage lang. Meteorologen erwarten am Donnerstag und Freitag bis zu 20 Grad, lokal sogar darüber.
„Es ist ein außergewöhnlich milder Witterungsabschnitt, der sich wie ein Mini-Frühling anfühlt“, heißt es von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Der November liegt bisher rund ein Grad über dem langjährigen Durchschnitt, und an vielen Orten blieb der erste Nachtfrost bislang aus – darunter auch Wien, Linz, Klagenfurt, Eisenstadt und Bregenz.
Auch die Sonne zeigt sich großzügig: Im ersten Monatsdrittel wurden vielerorts rund 50 Prozent mehr Sonnenstunden gemessen als üblich. In Unterkärnten und der südlichen Steiermark verdoppelte sich die Sonnenscheindauer sogar.
Grund für das ungewöhnlich milde Wetter ist eine Südwestströmung, die warme Luft aus Nordafrika über das Mittelmeer nach Mitteleuropa führt. Zwischen einem Hoch über Osteuropa und dem Tief „Pepe“ über dem Atlantik strömt diese Luftmasse direkt über die Alpen – und bringt nicht nur Wärme, sondern auch Sahara-Staub, der ab Donnerstag sichtbar werden dürfte.
Den Höhepunkt erreicht die Wärmewelle am Donnerstag und Freitag, wenn die Temperaturen in Vorarlberg, Tirol, dem oberösterreichischen Alpenvorland und der Obersteiermark auf bis zu 20 Grad steigen. Selbst in 2.000 Meter Höhe liegen die Werte noch im zweistelligen Plusbereich – Bedingungen, die eher an Juni als an November erinnern.
Ganz Österreich profitiert allerdings nicht von dem Mini-Frühling. Entlang der Donau und im Osten bleibt es teilweise trüb und kühler, in Wien werden kaum mehr als zehn Grad erreicht.
Für Skigebiete bedeutet die Wärme dagegen Kopfzerbrechen: künstliche Beschneiung ist derzeit kaum möglich, weil die Temperaturen selbst nachts deutlich über dem Gefrierpunkt liegen.
Am Wochenende soll die milde Phase allmählich enden – ein Wintereinbruch ist jedoch weiter nicht in Sicht. Zwar sinken die Temperaturen leicht, doch richtig kalt wird es vorerst nicht. Die vorweihnachtliche Stimmung muss also noch ein wenig warten – der November bleibt golden.