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Ukraine warnt vor massivem Stromausfall nach schwersten russischen Angriffen seit Kriegsbeginn

Alexandra_Koch (CC0), Pixabay

In der Ukraine drohen nach neuen massiven russischen Luftangriffen großflächige Strom- und Heizungsausfälle. Die staatlichen Energieversorger meldeten eine der schwersten Angriffsnächte seit Beginn der Invasion im Februar 2022. Ziel waren erneut Kraftwerke, Umspannwerke und Energiezentren im ganzen Land – mit verheerenden Folgen für Millionen Menschen.

Bis zu 16 Stunden ohne Strom

Wie der staatliche Energieversorger Ukrenergo mitteilte, werde es in den meisten Regionen des Landes zwischen acht und 16 Stunden lang keinen Strom geben. Der Energieversorger Centerenergo sprach von den „schwersten Angriffen auf Heizkraftwerke seit Kriegsbeginn“. In mehreren Städten fielen neben der Stromversorgung auch Heizung und Wasserversorgung aus.

Die ukrainische Energieministerin Switlana Grintschuk erklärte gegenüber dem Sender United News, die Nacht auf gestern sei eine der schlimmsten in Bezug auf Angriffe auf die Energieinfrastruktur seit der großangelegten russischen Invasion gewesen.

Atomkraftwerke in Gefahr – Kiew fordert IAEA-Krisensitzung

Nach Angaben des ukrainischen Außenministers Andrij Sybiha wurden auch zwei Umspannwerke für Atomkraftwerke in der Westukraine von russischen Drohnen attackiert. Die betroffenen Anlagen versorgen die AKWs in Chmelnjzkyj und Riwne. Sybiha warnte, Russland gefährde damit bewusst die nukleare Sicherheit Europas und forderte eine Sondersitzung des Gouverneursrats der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA).

Internationale Beobachter sehen in den Angriffen eine gefährliche Eskalation des Energiekriegs, da Schäden an atomaren Infrastrukturen auch grenzüberschreitende Risiken bergen.

Energiekrieg beiderseits der Front

Russland intensiviert seine Angriffe auf das ukrainische Stromnetz offenbar mit dem Ziel, das Land vor dem Winter zu destabilisieren. Ein flächendeckender Ausfall von Strom, Wärme und Wasser könnte die Zivilbevölkerung massiv treffen und die Widerstandsfähigkeit der Ukraine schwächen.

Gleichzeitig führt auch die Ukraine Gegenangriffe auf russische Energieanlagen – etwa Raffinerien, Treibstoffdepots und Pipelines – durch, um Moskaus Nachschubwege zur Front zu stören und Russlands Wirtschaft unter Druck zu setzen.

Drohender Energie-Notstand

Bereits im Winter 2022/2023 hatte Russland gezielt die ukrainische Energieinfrastruktur bombardiert, wodurch Millionen Menschen tagelang ohne Strom und Wärme auskommen mussten. Die aktuelle Angriffswelle deutet darauf hin, dass sich dieses Szenario nun wiederholt – in noch größerem Ausmaß.

Ukrenergo ruft die Bevölkerung auf, Strom zu sparen, Generatoren bereitzuhalten und sich auf längere Ausfälle vorzubereiten. Die Lage bleibe angespannt, warnte die Ministerin: „Wir tun alles, um das Netz zu stabilisieren. Aber die Angriffe sind systematisch und zielen darauf ab, uns in Dunkelheit und Kälte zu stürzen.“

Damit zeichnet sich ab: Der Energiekrieg zwischen Russland und der Ukraine geht in eine neue, gefährlichere Phase – mitten im beginnenden Winter.

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