Ein tragischer Unfall hat am Donnerstagnachmittag in Chemnitz für Entsetzen gesorgt. Ein neunjähriger Junge ist an einer Straßenbahnhaltestelle in der Nähe des Vita-Centers von einer anfahrenden Bahn erfasst und schwer verletzt worden.
Nach Angaben der Polizei Chemnitz wollte das Kind offenbar die Gleise überqueren, als die Straßenbahn bereits in Bewegung war. Der Fahrer konnte trotz einer Notbremsung den Zusammenstoß nicht mehr verhindern. Der Junge geriet unter die Bahn und wurde dort eingeklemmt.
Feuerwehr befreit Kind unter der Straßenbahn
Innerhalb weniger Minuten waren Rettungsdienst, Polizei und Feuerwehr am Unfallort. Mit schwerem technischen Gerät gelang es den Einsatzkräften der Feuerwehr, den Jungen unter der Straßenbahn zu befreien. Anschließend wurde er vor Ort notärztlich versorgt und mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.
Nach ersten Einschätzungen der Polizei besteht keine Lebensgefahr, doch der Junge erlitt mehrere schwere Prellungen und Knochenbrüche. „Er hatte großes Glück im Unglück“, sagte ein Polizeisprecher.
Der Straßenbahnfahrer blieb körperlich unverletzt, erlitt aber einen Schock und wurde ebenfalls von einem Kriseninterventionsteam betreut.
Unfall sorgte für große Betroffenheit vor Ort
Der Unfall ereignete sich zur Nachmittagszeit, als viele Menschen unterwegs waren. Zahlreiche Passanten wurden Augenzeugen des Geschehens. Einige eilten sofort zur Hilfe, während andere den Notruf wählten. Mehrere Zeugen zeigten sich tief betroffen über das Unglück.
Die Straßenbahnstrecke in der Nähe des Vita-Centers musste für mehrere Stunden gesperrt werden, um die Rettungsmaßnahmen und die Unfallaufnahme durchzuführen. Der Verkehr der Chemnitzer Verkehrs-AG (CVAG) wurde währenddessen umgeleitet.
Polizei ermittelt – Appell an Eltern und Verkehrsteilnehmer
Die Ursachen des Unfalls sind derzeit Gegenstand polizeilicher Ermittlungen. Nach ersten Erkenntnissen hatte der Junge offenbar versucht, die Gleise zu überqueren, ohne die anfahrende Bahn zu bemerken. Ob er möglicherweise abgelenkt war – etwa durch ein Handy oder andere Kinder – ist noch unklar.
Die Polizei mahnt eindringlich zur Vorsicht im Bereich von Haltestellen und Gleisanlagen. „Straßenbahnen haben einen langen Bremsweg und können nicht ausweichen“, betonte ein Sprecher. Eltern werden gebeten, ihre Kinder regelmäßig über die Gefahren im Straßenverkehr und besonders im Umfeld von Schienenfahrzeugen aufzuklären.
Anteilnahme und Hilfsangebote
Viele Anwohner und Passanten zeigten sich nach dem Vorfall bestürzt. In sozialen Medien äußerten zahlreiche Menschen ihr Mitgefühl mit der Familie des Jungen und lobten das schnelle Handeln der Rettungskräfte.
Die Stadt Chemnitz kündigte an, an der betroffenen Haltestelle die Sicherheitsvorkehrungen zu überprüfen. Denkbar seien zusätzliche Warnschilder oder akustische Signale, um künftig ähnliche Unfälle zu vermeiden.
Ein Sprecher der CVAG erklärte: „Unsere Gedanken sind bei dem verletzten Kind und seiner Familie. Wir wünschen ihm eine schnelle und vollständige Genesung.“