In den Südtiroler Alpen hat sich ein schweres Lawinenunglück ereignet, bei dem mindestens drei deutsche Tourengeher ums Leben gekommen sind. Nach Angaben der italienischen Bergwacht wurde die Gruppe beim Aufstieg am Ortler-Massiv von einer Lawine erfasst und mehrere Hundert Meter mitgerissen. Zwei weitere Personen gelten weiterhin als vermisst – ihre Überlebenschancen seien „äußerst gering“, teilte die Bergrettung am Samstagabend mit.
Die Lawine löste sich am Vormittag oberhalb der sogenannten Tabarettahütte, einem beliebten Ausgangspunkt für anspruchsvolle Skitouren auf den fast 3.900 Meter hohen Ortler, den höchsten Berg Südtirols. Ein Mitglied einer anderen Seilschaft schlug sofort Alarm. Rund 40 Einsatzkräfte der Bergrettung, unterstützt von mehreren Lawinenhunden und zwei Hubschraubern, nahmen die Suche auf.
Trotz schwieriger Wetterbedingungen konnten drei Körper geborgen werden. Die Suchaktion nach den Vermissten musste am Abend wegen starkem Wind und Neuschnee vorübergehend unterbrochen werden. Am Sonntagmorgen soll sie fortgesetzt werden.
Ein Sprecher der italienischen Bergwacht (Corpo Nazionale Soccorso Alpino e Speleologico) erklärte, die Bedingungen in der Region seien aktuell sehr gefährlich. Nach starken Schneefällen und wechselnden Temperaturen sei die Lawinengefahr zuletzt deutlich gestiegen.
Der Ortler ist mit 3.905 Metern der höchste Gipfel der südlichen Ostalpen und zieht jedes Jahr zahlreiche erfahrene Alpinisten an. Wegen seiner steilen Hänge gilt das Gebiet jedoch als besonders anspruchsvoll – auch für routinierte Tourengeher.
Die italienischen Behörden stehen nach eigenen Angaben in engem Kontakt mit den deutschen Konsulatsstellen in Bozen und Rom. Angehörige der Opfer sollen bereits informiert worden sein.