Ein gewöhnlicher Zugabend verwandelte sich in eine Szene des Grauens: In einem Regionalzug im Osten Englands kam es zu einer blutigen Messerattacke, bei der zehn Menschen verletzt wurden – neun davon schweben laut Polizeiangaben in Lebensgefahr. Der Vorfall ereignete sich am späten Abend in einem Zug, der in der Nähe der Stadt Huntingdon in Cambridgeshire zum Stehen gebracht wurde, rund 100 Kilometer nördlich von London.
Nach ersten Erkenntnissen soll es während der Fahrt zu einem plötzlichen Streit zwischen mehreren Personen gekommen sein, der dann in brutale Gewalt ausartete. Zeugen berichten, dass der Täter oder die Täter plötzlich Messer zogen und wahllos auf Mitreisende einstachen. In Panik versuchten Fahrgäste, sich in anderen Waggons zu verbarrikadieren, während andere den Notruf wählten.
Als der Zug in Huntingdon gestoppt wurde, stürmten Spezialeinsatzkräfte der Polizei den Zug und überwältigten zwei Verdächtige, die noch am Tatort festgenommen wurden. Sanitäter und Rettungskräfte versorgten die Verletzten unmittelbar auf dem Bahnsteig, bevor sie in umliegende Krankenhäuser gebracht wurden. Die Bahnlinie blieb für mehrere Stunden gesperrt, um Spuren zu sichern und Zeugenaussagen zu sammeln.
Ein Sprecher der britischen Transportpolizei (BTP) bezeichnete die Tat als „äußerst schwerwiegend“ und kündigte eine umfassende Untersuchung an. „Unsere Ermittler arbeiten mit Hochdruck daran, die Hintergründe dieses furchtbaren Angriffs aufzuklären. Wir stehen in engem Kontakt mit den Krankenhäusern und den Familien der Opfer“, so die offizielle Mitteilung.
Die Polizei ließ bislang offen, ob ein terroristisches Motiv ausgeschlossen werden könne. Auch ein Zusammenhang zwischen den beiden Festgenommenen wird derzeit geprüft. Die Tat löst im ganzen Land Entsetzen aus – viele Menschen zeigen sich schockiert, dass eine solche Attacke in einem öffentlichen Verkehrsmittel, einem Ort des täglichen Lebens, möglich war.
Premierminister und Innenministerium äußerten sich ebenfalls bestürzt. Man sei „tief betroffen über die grausame Tat“ und stehe in engem Austausch mit den Sicherheitsbehörden, hieß es aus Regierungskreisen. Auch der britische Verkehrsminister kündigte an, die Sicherheitsvorkehrungen im Bahnverkehr zu überprüfen.
Die Bahnlinie bleibt vorerst teilweise gesperrt, während forensische Experten den Tatort untersuchen. Zugleich sichert die Polizei Bahnhöfe und Züge in der Region verstärkt ab, um die Bevölkerung zu beruhigen.
Für die Menschen in Huntingdon und Umgebung ist der Schock groß. Eine Anwohnerin berichtete gegenüber britischen Medien: „So etwas kennt man sonst nur aus dem Fernsehen – dass es hier passiert, ist einfach unvorstellbar.“
Die Ermittler bitten nun Fahrgäste, die Fotos oder Videos vom Tatgeschehen aufgenommen haben, diese den Behörden zur Verfügung zu stellen. Während die Opfer um ihr Leben kämpfen, bleibt die zentrale Frage offen: Was trieb die Täter zu dieser schrecklichen Gewalttat?