Nach Jahren wirtschaftlicher Spannungen und gegenseitiger Handelsbarrieren haben sich die Vereinigten Staaten und China überraschend auf einen neuen Deal geeinigt. Bei einem persönlichen Treffen in Südkorea erzielten US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping eine Vereinbarung über den Handel mit sogenannten seltenen Erden – Materialien, die für zahlreiche Zukunftstechnologien unverzichtbar sind.
Das rund 100-minütige Gespräch am Flughafen von Busan markierte das erste direkte Treffen der beiden Staatschefs seit sechs Jahren. Trump sprach anschließend von einem „fruchtbaren Austausch“ und einem „wichtigen Durchbruch“. Die neue Vereinbarung soll zunächst für ein Jahr gelten und jährlich neu verhandelt werden.
China gilt als unangefochtener Marktführer in der Förderung und Verarbeitung seltener Erden. Die Metalle werden unter anderem für Elektroautos, Windturbinen, Smartphones und militärische Hightech-Systeme benötigt – also für Branchen, die sowohl wirtschaftlich als auch sicherheitspolitisch von strategischer Bedeutung sind.
Neben dem Rohstoffabkommen kündigte Trump auch eine teilweise Rücknahme der Strafzölle auf chinesische Produkte an. Der bisherige Satz von 20 Prozent, der im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Fentanyl-Krise verhängt worden war, werde auf 10 Prozent reduziert. „Wir haben den Streit beigelegt“, erklärte der Präsident. Die Zölle waren ursprünglich eingeführt worden, um Peking für die unzureichende Kontrolle illegaler Exporte des synthetischen Opioids verantwortlich zu machen, das in den USA zehntausende Todesopfer fordert.
An den Gesprächen nahmen hochrangige Regierungsvertreter beider Seiten teil, darunter die Außen-, Finanz- und Handelsminister. Beide Delegationen betonten die Bedeutung der Einigung als Signal der Stabilisierung.
Auch aus Peking kamen versöhnliche Töne. Xi Jinping sprach von einer „neuen Phase des gegenseitigen Verständnisses“ und lobte die Bemühungen beider Länder, trotz bestehender Differenzen zu einer Lösung zu kommen. Zugleich unterstrich er Chinas Wunsch, in globalen Konflikten stärker als Vermittler aufzutreten. Er verwies auf Pekings diplomatische Aktivitäten im Gaza-Krieg sowie in Südostasien.
Mit dem Abkommen über seltene Erden entspannt sich ein Konflikt, der in den vergangenen Jahren die weltweite Versorgung mit Schlüsselrohstoffen gefährdet hatte. Ob die Vereinbarung hält, bleibt offen – doch das Treffen von Busan deutet auf eine vorsichtige Entspannung zwischen den beiden Großmächten hin, deren wirtschaftliche Rivalität die Weltpolitik der letzten Dekade geprägt hat.