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Mehr Bildung am freien Tag: Kulturstaatsminister Weimer fordert Sonntagsöffnung von Bibliotheken

24278850 (CC0), Pixabay

Kulturstaatsminister Weimer hat sich für eine Lockerung der bisherigen Öffnungszeiten öffentlicher Bibliotheken ausgesprochen – und will erreichen, dass diese künftig auch an Sonn- und Feiertagen geöffnet sein dürfen. Sein Ziel: mehr Zugang zu Bildung, Information und kultureller Teilhabe – unabhängig von Arbeitszeiten oder Lebensumständen.

„Wissen und Information müssen für alle Menschen zugänglich sein – nicht nur montags bis freitags“, erklärte Weimer. Gerade in einer Zeit, in der Desinformation und gesellschaftliche Spaltung zunehmen, komme Bibliotheken eine zentrale Rolle für Demokratie und Meinungsvielfalt zu.

Bibliotheken als Orte der Begegnung und Bildung

Weimer betonte, Bibliotheken seien längst nicht mehr nur Orte der Buchausleihe, sondern moderne Lern- und Begegnungsräume, die Menschen aller Generationen zusammenbringen.

„Ob Schüler, Berufstätige oder Senioren – jeder sollte die Möglichkeit haben, Bibliotheken auch am Wochenende zu nutzen“, so der Minister.

Der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) fordert bereits seit Jahren eine entsprechende Gesetzesänderung, um Bibliotheken die Sonntagsöffnung rechtlich zu ermöglichen. In vielen Bundesländern gelten derzeit strenge Regelungen, die dies nur in Ausnahmefällen erlauben.

Berlin als Vorreiter mit Pilotprojekt

In Berlin läuft derzeit ein Pilotprojekt, bei dem mehrere große Stadtbibliotheken testweise verlängerte Öffnungszeiten bis in die Abendstunden sowie sonntägliche Öffnungen anbieten. Erste Auswertungen zeigen laut Kultursenat eine deutlich höhere Besucherzahl und positive Rückmeldungen – insbesondere von Studierenden, Familien und Berufstätigen.

Zwischen Kulturförderung und Arbeitsrecht

Weimers Vorschlag stößt allerdings auch auf kritische Stimmen. Gewerkschaften und Personalräte verweisen auf den Sonntagsschutz im Arbeitsrecht, der Arbeitnehmern einen regelmäßigen Ruhetag garantieren soll. Weimer entgegnete, dass flexible Modelle mit Freizeitausgleich denkbar seien – ähnlich wie bei Museen oder Theatern, die bereits sonntags geöffnet haben.

Fazit

Mit seiner Initiative stößt Kulturstaatsminister Weimer eine grundsätzliche Debatte über den Zugang zu öffentlicher Bildung an. Sollten Bibliotheken künftig auch am Sonntag öffnen dürfen, könnte das ein Signal für mehr Chancengleichheit und kulturelle Teilhabe in Deutschland sein – und ein weiterer Schritt, um Bildung zu einem Angebot für alle zu machen, an jedem Tag der Woche.

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