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Vorsicht bei Online-Tierbetreuung: Wenn der Hundesitter plötzlich verschwindet

pasja1000 (CC0), Pixabay

Die Szene boomt: Auf Social Media und Onlineplattformen tummeln sich unzählige Anbieter, die „liebevolle Tierbetreuung“ versprechen – von Hundespaziergängen bis zu Urlaubsbetreuung. Doch die Wiener Wirtschaftskammer sieht diesen Trend mit wachsender Sorge. Hinter vielen dieser Angebote steckt kein professionelles Gewerbe, sondern schlicht Schwarzarbeit.

„Diese Plattformen umgehen systematisch die gesetzlichen Auflagen“, erklärt Elisabeth Mannsberger, Sprecherin der Tierbetreuer in der Wirtschaftskammer Wien. „Viele Sitter haben weder eine Ausbildung noch eine Versicherung – und oft nicht einmal die nötige Genehmigung, um überhaupt mit Tieren zu arbeiten.“

💸 Dumpingpreise auf Kosten der Sicherheit

Mit Preisen von 10 bis 15 Euro pro Tag unterbieten die Onlineanbieter geprüfte Fachkräfte drastisch. Was auf den ersten Blick günstig aussieht, kann sich im Schadensfall jedoch rächen.
„Im Ernstfall bleibt der Tierhalter allein auf den Kosten sitzen – sei es bei einem Unfall, bei Tierarztkosten oder wenn das Tier verschwindet“, warnt Mannsberger. Denn wer über eine ausländische Plattform bucht, kann im Schadensfall kaum rechtlich vorgehen.

🐾 Wenn Tierliebe nicht reicht

Immer wieder kommt es zu tragischen Vorfällen. Drei Hunde starben allein im letzten Jahr, weil ungeschulte Betreuer die Tiere aus den Augen verloren.
Ein Hund rannte ohne Leine auf die Straße, ein anderer wurde bei Sommerhitze im Auto zurückgelassen. Mannsberger bringt es auf den Punkt: „Gute Absichten sind kein Ersatz für Fachwissen. Wer Tiere betreut, muss wissen, was er tut – und wofür er haftet.“

🏛️ Verantwortung statt Versprechen

Viele Plattformen behaupten, ihre Betreuer seien „geprüft“ oder „versichert“. Doch oft entpuppen sich diese Angaben als leere Worthülsen.
„Wenn die Plattform ihren Sitz im Ausland hat, entzieht sie sich jeder nationalen Kontrolle. Und selbst wenn ein Unfall passiert, gibt es keine rechtliche Handhabe“, sagt Mannsberger.

✅ So erkennen Tierhalter seriöse Anbieter

Wer sein Tier in gute Hände geben will, sollte laut Wirtschaftskammer auf folgende Punkte achten:

  1. Gewerbeschein: Nur wer eine Gewerbeberechtigung hat, darf Tiere professionell betreuen.

  2. Ausbildung: Seriöse Betreuer haben Schulungen im Tierverhalten, Erste Hilfe und Tierschutzrecht.

  3. Versicherung: Eine Haftpflichtversicherung ist Pflicht – sonst bleibt der Tierhalter auf den Schäden sitzen.

  4. Vertrag: Klare Vereinbarungen zu Haftung, Betreuung und Notfällen sind ein Muss.

🐕‍🦺 560 geprüfte Profis in Wien

Derzeit gibt es in Wien rund 560 geprüfte Tierbetreuer. Sie erfüllen alle rechtlichen und tierschutzrelevanten Auflagen.
„Diese Betriebe sind nicht nur zuverlässig, sondern auch geschult im Umgang mit verschiedensten Tieren. Das ist kein Hobby, sondern eine verantwortungsvolle Dienstleistung“, betont Mannsberger.

⚠️ Fazit: Billig kann tödlich enden

Wer beim Tiersitting spart, riskiert im schlimmsten Fall das Leben seines Lieblings. Plattformen, die aus dem Ausland agieren und Schwarzarbeit fördern, sind laut Wirtschaftskammer ein wachsendes Problem – und nicht nur eine Gefahr für Tiere, sondern auch für ehrliche Unternehmer.

Tierliebe ist wichtig – aber Sicherheit ist Pflicht. Wer seinen Hund oder seine Katze fremdbetreuen lässt, sollte lieber zweimal hinschauen, bevor er klickt.

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