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Klimawandel bedroht Korallenriffe – Forscher warnen vor unumkehrbarem Verlust

joakant (CC0), Pixabay

Die farbenprächtigen Korallenriffe der Tropen könnten nach Einschätzung von Klimaforschern schon bald vollständig verschwinden. Der heute veröffentlichte Globale Tipping Points Report warnt, dass viele Riffe ihren sogenannten Kipppunkt bereits überschritten haben – also den Moment, ab dem ökologische Veränderungen nicht mehr umkehrbar sind.

Kipppunkte im Klimasystem erreicht

Kipppunkte sind laut Wissenschaftlern Schwellenwerte, nach deren Überschreiten sich Klimaveränderungen selbst verstärken – auch wenn der CO₂-Ausstoß später sinkt. Im Fall der Korallen bedeutet das: Selbst wenn sich die Erde wieder leicht abkühlen würde, könnten viele Riffe nicht mehr regenerieren.

Der Grund ist der Anstieg der Meerestemperaturen, der das empfindliche Gleichgewicht der Korallen zerstört. Schon ein Temperaturanstieg von ein bis zwei Grad Celsius kann das sogenannte Korallenbleichen auslösen – ein Zustand, bei dem die lebenswichtigen Algen in den Korallen absterben.

Korallenriffe – Ökosysteme am Limit

Korallenriffe sind nicht nur spektakuläre Naturwunder, sondern auch lebenswichtige Ökosysteme: Sie bieten Lebensraum für rund ein Viertel aller Meeresarten, schützen Küsten vor Erosion und sichern Millionen Menschen weltweit Einkommen und Nahrung.

Forscher warnen, dass bis zum Ende des Jahrhunderts mehr als 90 Prozent aller tropischen Riffe verschwunden sein könnten, wenn die globale Erwärmung nicht gestoppt wird. Besonders betroffen sind Regionen wie das Great Barrier Reef in Australien, die Karibik und der Indopazifik.

Hoffnung durch Wandel in der Energiepolitik

Trotz der alarmierenden Befunde enthält der Bericht auch positive Signale: In den meisten Regionen der Welt sind erneuerbare Energien wie Solar- und Windkraft mittlerweile günstiger als fossile Brennstoffe. Das könnte den globalen Umbau hin zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft beschleunigen.

Die Autoren des Reports betonen, dass noch Zeit zum Handeln bleibt – aber das Fenster werde immer kleiner. Ein Forscher formulierte es so:

„Wir sind an einem Punkt, an dem das Nichtstun selbst zum Risiko geworden ist.“

Ob die Menschheit den drohenden Verlust der Korallenriffe noch aufhalten kann, hängt nun entscheidend davon ab, wie schnell und konsequent die globale Gemeinschaft den Klimaschutz umsetzt.

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