Während in Deutschland viele Pflegeheime mit Personalmangel und hohen Eigenanteilen kämpfen, zeigt Dänemark, dass es auch anders geht. Pflegekräfte verdienen dort mehr, und Heimbewohner zahlen deutlich weniger – dank staatlicher Subventionen.
Staat übernimmt Großteil der Pflegekosten
In Dänemark wird der größte Teil der Pflegekosten vom Staat getragen. Das bedeutet: Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen zahlen nur etwa die Hälfte dessen, was in Deutschland üblich ist. Die Eigenanteile sind einkommensabhängig und sozial gestaffelt, sodass niemand aus finanziellen Gründen auf Pflege verzichten muss.
Das dänische System basiert auf dem Grundsatz, dass Pflege eine öffentliche Aufgabe ist – ähnlich wie Bildung oder Gesundheitsversorgung. Entsprechend hoch ist die staatliche Beteiligung an der Finanzierung.
Bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte
Pflegekräfte profitieren ebenfalls: Durch höhere Löhne, weniger Stress und bessere Betreuungsschlüssel gilt die Arbeit in der Altenpflege in Dänemark als deutlich attraktiver. Eine examinierte Pflegekraft verdient dort umgerechnet bis zu 30 Prozent mehr als in Deutschland – bei geregelten Arbeitszeiten und einer besseren personellen Ausstattung.
„Wir können uns mehr Zeit für die Menschen nehmen“, sagt eine Pflegefachkraft aus Aarhus im Interview mit dem NDR. „Das ist ein großer Unterschied zu Deutschland, wo oft jede Minute zählt.“
Pflege als kommunale Verantwortung
In Dänemark liegt die Organisation der Pflege in der Verantwortung der Kommunen. Sie entscheiden über Bedarf, Ausstattung und Finanzierung der Einrichtungen. Dadurch können Pflegeangebote gezielter an die Bedürfnisse der jeweiligen Region angepasst werden.
Pflegeheime werden regelmäßig kontrolliert, und die Ausbildung des Pflegepersonals ist stärker praxisorientiert. Auch die Digitalisierung spielt eine wichtige Rolle – etwa bei der Dokumentation und Kommunikation zwischen Pflege, Ärzten und Angehörigen.
Vorbild für Deutschland?
Angesichts der wachsenden Pflegekrise in Deutschland wird das dänische Modell immer wieder als positives Beispiel genannt. Experten sehen darin den Beweis, dass gute Pflege kein Luxus, sondern eine politische Priorität sein kann.
Trotz der höheren Staatsausgaben ist das System in Dänemark gesellschaftlich breit akzeptiert. Denn die Dänen betrachten Pflege nicht als private Angelegenheit, sondern als gemeinschaftliche Verantwortung – ein Ansatz, der vielen in Deutschland als vorbildlich gilt.
Das zeigt nur wie schlecht es um die soziale Fürsorge in Deutschland bestellt ist. Sieht man sich die Vorschläge der Kommissionen für Sozialreformen an, kann man nur sagen:Wie asozial ist das denn. Für alles mögliche ist Geld da, nur nicht für den deutschen Normalverdiener.