Dark Mode Light Mode

Suche nach vermisstem Achtjährigen aus Güstrow – Taucher sollen See absuchen

Clker-Free-Vector-Images (CC0), Pixabay

Die verzweifelte Suche nach dem achtjährigen Jungen aus Güstrow, der seit Freitag spurlos verschwunden ist, geht heute in die nächste entscheidende Phase. Nachdem mehrere Spürhunde am Montagabend am Inselsee angeschlagen hatten, wollen Polizei und Feuerwehr den Bereich nun mit Tauchern absuchen.

Bereits am Wochenende waren Hunderte Einsatzkräfte im Einsatz gewesen – darunter Polizei, Feuerwehr, DLRG, THW und zahlreiche Freiwillige. Trotz intensiver Suche mit Drohnen, Hubschraubern und Wärmebildkameras blieb das Kind bisher unauffindbar. Nun deuten die Hundeanschläge auf dem See darauf hin, dass der Junge möglicherweise in das Wasser geraten sein könnte.

Ein Polizeisprecher erklärte, dass drei speziell ausgebildete Wasserleichenhunde von Booten aus eingesetzt worden seien. Alle Tiere hätten unabhängig voneinander an derselben Stelle in Ufernähe angeschlagen. „Diese Übereinstimmung ist ein ernstzunehmendes Signal“, so der Sprecher.

Die Einsatzleitung reagierte umgehend: Das betroffene Gebiet wurde am Abend mit Suchscheinwerfern und Drohnen untersucht, doch es konnten keine sichtbaren Hinweise entdeckt werden. Die Tauchmannschaften sollen deshalb im Morgengrauen ihre Arbeit aufnehmen.

„Das Gelände ist schwierig, der See tief und stellenweise stark verkrautet“, sagte ein Mitglied der DLRG. Die Taucher würden mit Sonargeräten und Unterwasserkameras unterstützt, um die Suchzeit zu verkürzen.

Der Inselsee ist ein beliebtes Naherholungsgebiet bei Güstrow, aber auch tückisch – es gibt plötzliche Abbrüche im Boden und starke Strömungen, die selbst erfahrene Schwimmer überraschen können.

Die Polizei hält weiterhin alle Szenarien offen. „Wir ermitteln in alle Richtungen – es kann sich sowohl um einen tragischen Unfall handeln als auch um eine andere Form des Verschwindens“, erklärte die Einsatzleitung. Hinweise auf eine Entführung gebe es derzeit allerdings nicht.

Die Familie des Jungen wird seit Tagen von Psychologen und Seelsorgern betreut. Die Mutter hatte am Wochenende öffentlich um Hilfe gebeten: „Bitte schaut in Gärten, Schuppen oder leerstehende Häuser – vielleicht hat er sich irgendwo versteckt.“

Die Anteilnahme in der Region ist groß. Viele Bürger kamen in den vergangenen Tagen zum See, legten Kerzen und Blumen nieder oder boten ihre Hilfe bei der Suche an.

Die Polizei bittet weiterhin um Hinweise: Wer am Freitag oder Samstag im Bereich des Inselsees, insbesondere zwischen Güstrow-Süd und dem Strandbad, verdächtige Beobachtungen gemacht hat, soll sich unter Telefon 03843 / 2660 bei der Polizeiinspektion Rostock melden.

Ob die Taucher heute neue Erkenntnisse liefern können, ist ungewiss – doch für die Einsatzkräfte ist klar: Die Hoffnung, den Jungen zu finden, lebt weiter, auch wenn sie mit jeder Stunde schwindet.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Inflation klettert im September auf 2,4 Prozent – Alltägliche Einkäufe besonders betroffen

Next Post

Israel entlässt 1.900 palästinensische Häftlinge im Rahmen des Geiselaustauschs mit der Hamas