Trotz des digitalen Wandels und der wachsenden Zahl an E-Books, Hörbüchern und Online-Leseplattformen bleibt das gedruckte Buch in Deutschland die mit Abstand beliebteste Form des Lesens. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
Demnach bevorzugen 67 Prozent der Befragten gedruckte Bücher oder andere Printmedien wie Zeitungen und Magazine. Nur 13 Prozent gaben an, lieber zu einem E-Book-Reader zu greifen, während elf Prozent am liebsten auf Laptop, Smartphone oder Tablet lesen.
Interessant ist: Das Leseverhalten unterscheidet sich kaum zwischen Männern und Frauen oder zwischen jüngeren und älteren Generationen. Auch zwischen Stadt und Land zeigen sich nur minimale Unterschiede. Damit wird deutlich, dass die Vorliebe für das klassische Buch über alle gesellschaftlichen Gruppen hinweg stabil bleibt.
Leseforscher sehen darin einen Hinweis auf den besonderen kulturellen und emotionalen Wert des Buches. Viele Leserinnen und Leser empfinden das Lesen auf Papier als entspannter, konzentrierter und sinnlicher als auf einem Bildschirm. Das Umblättern, der Geruch des Papiers und das physische Buch in der Hand seien für viele ein wichtiger Teil des Leseerlebnisses.
Zudem spielt die digitale Ermüdung eine zunehmende Rolle. Nach einem Tag am Bildschirm bevorzugen viele Menschen abends eine analoge Beschäftigung. Das Buch gilt dabei als Ausgleich zur digitalen Reizüberflutung – ein Ort der Ruhe und des Rückzugs.
Einen Aufschwung erleben weiterhin auch öffentliche Bibliotheken und kleine Buchhandlungen, die laut Branchenverbänden in den letzten Jahren vermehrt auf persönliche Beratung und Veranstaltungen setzen, um die Bindung zu den Leserinnen und Lesern zu stärken.
Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels sieht in den Zahlen eine positive Bestätigung: „Das Buch behauptet sich als Kulturgut und Erlebnisform. Trotz Streaming, Social Media und digitalen Medien bleibt das Lesen für viele Menschen ein fester Bestandteil ihres Lebens.“
Während sich die E-Book-Nutzung in Deutschland auf einem stabilen, aber moderaten Niveau einpendelt, bleibt das Fazit der Studie eindeutig:
Das gedruckte Buch ist und bleibt das beliebteste Medium der Deutschen – ein Symbol für Beständigkeit in einer zunehmend digitalen Welt.