Nach monatelanger Gefangenschaft sind die letzten lebenden Geiseln der Hamas nach Israel zurückgekehrt. Das bestätigte das israelische Militär am Morgen. Zunächst wurden sieben, anschließend die verbliebenen 13 Männer dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben und über Grenzübergänge nach Israel gebracht.
Emotionale Wiedervereinigung
In einem Militärlager trafen die Rückkehrer erstmals ihre Angehörigen. Anschließend sollen sie in israelischen Krankenhäusern medizinisch und psychologisch betreut werden. Nach Angaben der Behörden befinden sich alle in „stabilem, aber geschwächtem Zustand“. Regierungsvertreter sprachen von einem „historischen und schmerzhaften Moment der Freude“.
Trump in Israel – Friedensinitiative im Fokus
Wenige Stunden nach der Rückkehr der Geiseln landete US-Präsident Donald Trump in Israel. Er wurde am Ben-Gurion-Flughafen von Premierminister Benjamin Netanjahu empfangen und reiste anschließend nach Jerusalem, wo er vor dem Parlament (Knesset) eine Rede hielt.
Trump würdigte die Freilassung der Geiseln als „Ergebnis mutiger Diplomatie“ und sprach von einem „neuen Kapitel der Hoffnung im Nahen Osten“. Am Nachmittag will er nach Ägypten weiterfliegen, um gemeinsam mit Präsident Abdel Fattah al-Sisi eine „Nahost-Friedenszeremonie“ in Kairo zu eröffnen.
Internationale Teilnahme an Friedensfeier
Zu der Zeremonie werden mehr als 20 Staats- und Regierungschefs erwartet – darunter führende Vertreter der EU, der arabischen Liga sowie Bundeskanzler Friedrich Merz, der laut Regierungssprecher bereits auf dem Weg nach Kairo ist. Das Treffen soll den Beginn einer neuen Phase der Stabilisierung zwischen Israel, Ägypten und Palästina markieren.
Ende einer monatelangen Geiselkrise
Die Rückführung der letzten Gefangenen gilt als Schlusspunkt einer der schwersten Geiselkrisen Israels seit Jahrzehnten. Über 200 Menschen waren während der Angriffe der Hamas entführt worden. Viele kamen in der Gefangenschaft ums Leben, andere wurden im Zuge von Verhandlungen freigelassen.
Mit dem heutigen Tag, so erklärte Israels Präsident Isaac Herzog, „geht ein düsteres Kapitel zu Ende – und zugleich beginnt die schwierige Aufgabe, Vertrauen und Sicherheit wieder aufzubauen“.
Fazit:
Die Rückkehr der letzten Hamas-Geiseln markiert einen Wendepunkt im Nahostkonflikt. Während in Israel Erleichterung und Trauer nebeneinander stehen, hoffen internationale Beobachter, dass das von den USA vermittelte Abkommen den Beginn einer neuen Friedensinitiative einläutet.