Fische und Schalentiere aus der Nord- und Ostsee sind laut einer neuen Untersuchung der Umweltorganisation Greenpeace teils massiv mit sogenannten Ewigkeitschemikalien (PFAS) belastet. In allen 17 untersuchten Proben von Fisch und Krabben wurden Rückstände dieser Stoffe gefunden – oft sogar ein ganzer Mix verschiedener PFAS-Verbindungen.
Grenzwerte teils deutlich überschritten
Die Laboranalysen zeigen: Eine 150-Gramm-Portion Steinbutt oder Krabben kann PFAS-Mengen enthalten, die weit über den von der EU empfohlenen wöchentlichen Höchstwerten liegen. Greenpeace bezeichnete die Ergebnisse als besorgniserregend, insbesondere weil PFAS sich im Körper anreichern und langfristig die Gesundheit schädigen können.
Was sind PFAS?
PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind eine Gruppe von mehr als 10.000 Chemikalien, die aufgrund ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften in zahlreichen Produkten verwendet werden – etwa in Outdoor-Kleidung, Pfannenbeschichtungen, Kosmetika und Feuerlöschschaum. Sie gelten als „Ewigkeitschemikalien“, weil sie in der Umwelt kaum abgebaut werden und über Jahrzehnte im Boden, Wasser und Organismen verbleiben.
Gesundheitsgefahr für Mensch und Tier
PFAS stehen im Verdacht, Leber- und Nierenschäden, Hormonstörungen und Krebserkrankungen zu begünstigen. Besonders alarmierend sei laut Greenpeace, dass sie über die Nahrungskette auch in den menschlichen Körper gelangen. Wer regelmäßig Fisch oder Meeresfrüchte esse, könne die von der EU empfohlene wöchentliche Aufnahmemenge leicht überschreiten.
Greenpeace fordert europaweites Verbot
„Unsere Meere sind keine Giftmülldeponien“, erklärte Greenpeace-Chemieexpertin Lisa Göldner. Sie forderte ein komplettes PFAS-Verbot in der EU, da es für viele Anwendungen längst umweltfreundliche Alternativen gebe.
Ein entsprechendes Verbot von PFAS-Chemikalien wird derzeit auf EU-Ebene geprüft – doch die Entscheidung zieht sich. Deutschland, Dänemark, die Niederlande, Norwegen und Schweden haben bereits einen gemeinsamen Vorschlag eingebracht, um die gesamte Stoffgruppe zu verbieten.
Fazit:
Die neuen Greenpeace-Ergebnisse zeigen einmal mehr, wie alltägliche Chemikalien langfristig zur Umwelt- und Gesundheitsgefahr werden. Selbst die Bewohner der Meere – und damit auch die Konsumenten – sind nicht mehr vor PFAS geschützt. Greenpeace fordert daher schnelles Handeln, bevor sich die „Ewigkeitsgifte“ noch tiefer in die Nahrungskette eingraben.