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Welt im Hungerkrise-Modus: Zahl der hungernden Menschen hat sich verdoppelt

sonamabcd (CC0), Pixabay

Das Ziel, den weltweiten Hunger bis 2030 zu beseitigen, rückt in weite Ferne. Laut dem heute vorgestellten Welthunger-Index 2024 der Deutschen Welthungerhilfe hat sich die Zahl der hungernden Menschen weltweit im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt – ein alarmierendes Signal für die globale Ernährungssicherheit.

Dramatischer Rückschritt im Kampf gegen den Hunger

Nach Jahren zaghafter Fortschritte erlebt die Welt derzeit eine massive Rückentwicklung im Kampf gegen den Hunger. Millionen Menschen sind wieder auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen oder leiden an chronischer Unterernährung. Der Bericht warnt: Das UNO-Ziel, den Hunger bis 2030 zu beenden, sei kaum noch erreichbar.

„Wir beobachten eine besorgniserregende Trendumkehr“, sagte die Präsidentin der Welthungerhilfe, Mathias Mogge, bei der Vorstellung des Berichts. „Krisen, Konflikte und Klimakatastrophen treiben die Zahl der Betroffenen weltweit in eine neue Dimension.“

Konflikte als Hauptursache – 140 Millionen Menschen betroffen

Haupttreiber der Krise sind laut Bericht gewaltsame Konflikte, die in vielen Regionen Ackerbau, Handel und humanitäre Hilfe lahmlegen. Weltweit hätten fast 140 Millionen Menschen im vergangenen Jahr unter Kriegen, Vertreibung oder instabilen Sicherheitslagen gelitten.

In Ländern wie Sudan, Jemen, Myanmar und der Ukraine zerstören bewaffnete Auseinandersetzungen nicht nur Lebensgrundlagen, sondern blockieren auch Lieferketten und Hilfstransporte. Besonders dramatisch ist die Lage in Teilen Afrikas südlich der Sahara und in Südasien, wo Hunger und Mangelernährung wieder stark zunehmen.

Klimakrise und Wirtschaftslage verschärfen die Situation

Neben den Konflikten nennt der Welthunger-Index zwei weitere entscheidende Faktoren: die Klimakrise und die wirtschaftliche Instabilität.

Extreme Wetterereignisse – von Dürren über Überschwemmungen bis hin zu Hitzewellen – zerstören Ernten und führen zu drastischen Preissteigerungen bei Grundnahrungsmitteln. Hinzu kommen globale Lieferengpässe und hohe Inflation, die Lebensmittel für viele Menschen unbezahlbar machen.

„Klimawandel und Hunger hängen untrennbar zusammen“, so Mogge. „Wenn Dürren ganze Landstriche austrocknen oder Überschwemmungen Felder vernichten, verlieren Millionen ihre Existenzgrundlage.“

Ein globales Problem mit regionalen Schwerpunkten

Laut dem Welthunger-Index leiden besonders Länder mit schwacher Regierungsführung und hoher Abhängigkeit von Importen unter der Krise. In mehr als 40 Staaten gilt die Hungersituation als ernst oder sehr ernst.
Besonders betroffen sind:

  • Somalia, Südsudan, Afghanistan und Haiti,

  • sowie Teile von Ethiopien, Niger, Mali und der Zentralafrikanischen Republik.

In diesen Regionen fehlen nicht nur Nahrungsmittel, sondern auch Zugang zu sauberem Wasser, medizinischer Versorgung und stabilen Märkten.

Welthungerhilfe fordert politische Lösungen und mehr internationale Unterstützung

Die Welthungerhilfe appelliert an die internationale Gemeinschaft, den Hunger nicht länger als Folge, sondern als zentrale Ursache globaler Instabilität zu begreifen. Sie fordert:

  • mehr Investitionen in nachhaltige Landwirtschaft und lokale Ernährungssysteme,

  • humanitäre Hilfe ohne politische Hürden,

  • und eine konsequente Bekämpfung der Klimakrise.

„Ohne Frieden, Klimaschutz und gerechte Wirtschaftspolitik werden wir den Hunger nicht besiegen“, heißt es in dem Bericht.

Fazit: Die Uhr tickt – Hunger ist wieder auf dem Vormarsch

Der Welthunger-Index 2024 zeichnet ein düsteres Bild: Statt Fortschritten erleben wir eine globale Rückkehr des Hungers. Millionen Menschen stehen am Rande der Existenz – und die Weltgemeinschaft entfernt sich immer weiter von ihrem eigenen Versprechen, niemanden zurückzulassen.

Wenn die Entwicklung anhält, könnte das Jahrzehnt bis 2030 nicht zur Ära des Fortschritts, sondern zum Jahrzehnt des Rückschritts im Kampf gegen den Hunger werden.

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