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Lufthansa streicht 4.000 Verwaltungsstellen – Schwerpunkt Deutschland

Mr_Worker (CC0), Pixabay

Lufthansa streicht 4.000 Verwaltungsstellen – Schwerpunkt Deutschland

Die Lufthansa Group will ihre Verwaltung bis 2030 deutlich verschlanken. Rund 4.000 Arbeitsplätze sollen in den kommenden fünf Jahren abgebaut werden, überwiegend in Deutschland. Ziel des Konzerns ist es, Kosten zu senken, Prozesse zu vereinheitlichen und die Digitalisierung voranzutreiben.

Umbau der Verwaltung

Die Fluggesellschaft will zentrale Funktionen wie Vertrieb, Netzwerkplanung oder Konzernsteuerung künftig gebündelt organisieren. Doppelstrukturen sollen wegfallen, Verwaltungsaufgaben stärker automatisiert werden. Vor allem am Konzernsitz Frankfurt, wo zahlreiche dieser Bereiche angesiedelt sind, dürften überproportional viele Stellen wegfallen.

Auch an anderen deutschen Standorten wie Köln oder München sind Auswirkungen möglich, da dort Verwaltungs- und Supportfunktionen angesiedelt sind.

Deutschland im Zentrum der Einschnitte

Während Töchter wie Swiss, Brussels Airlines oder Austrian Airlines eher auf natürliche Fluktuation und Pensionsabgänge setzen, ist die deutsche Kernmarke am stärksten betroffen. Sie verfügt über die größten Verwaltungseinheiten innerhalb des Konzerns – und damit über das größte Einsparpotenzial.

Widerstand der Gewerkschaften

Die Ankündigung löste bei den Gewerkschaften heftige Kritik aus. Ver.di sprach von einem „Kahlschlag zulasten der Beschäftigten am Boden“ und kündigte Widerstand an. Auch die Pilotenvereinigung Vereinigung Cockpit steht den Plänen kritisch gegenüber, zumal parallel immer mehr Flugzeuge bei günstigeren Tochtergesellschaften wie Discover oder City Airlines stationiert werden sollen.

Hinzu kommt ein schwelender Tarifkonflikt über Betriebspensionen, der zu einem Pilotenstreik führen könnte. Das Ergebnis einer Urabstimmung wird in Kürze erwartet.

Ambitionierte Finanzziele

Trotz der Konflikte hat die Lufthansa ihre Renditeziele angehoben. Ab 2028 strebt der Konzern eine bereinigte Umsatzrendite von acht bis zehn Prozent an – mehr als je zuvor in der Unternehmensgeschichte. Für die Aktionäre bedeutet das Aussicht auf stabile Dividenden, für die Belegschaft jedoch zunehmenden Druck.

Neue Flugzeuge, schlankere Strukturen

Gleichzeitig investiert die Lufthansa in ihre Flotte: Bis 2030 sollen mehr als 230 neue Jets ausgeliefert werden, viele davon für die Langstrecke. Die moderneren Maschinen sollen Treibstoff sparen und Betriebskosten senken. Zusammen mit den Stellenkürzungen soll der Konzern so langfristig profitabler und international wettbewerbsfähiger werden.

Offene Fragen

Wie hart die Einschnitte in Deutschland tatsächlich ausfallen, wird erst die konkrete Umsetzung zeigen. Fest steht: Der Umbau betrifft vor allem die Verwaltung – und damit tausende Angestellte, deren Zukunft nun ungewiss ist.

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