Skifahren in den Alpen wird in der kommenden Wintersaison so teuer wie nie zuvor. Mehrere Top-Skigebiete heben die Preise für Tageskarten kräftig an – und überschreiten erstmals die symbolische Grenze von 80 Euro. Damit wird der Wintersport zunehmend zum Luxusgut, das sich nicht mehr jede Familie leisten kann.
Spitzenpreise in Tirol
Besonders tief in die Tasche greifen müssen Wintersportler in Tirol. Spitzenreiter ist das Skigebiet Sölden im Ötztal, wo ein Tagesticket für Erwachsene in der „Topsaison“ künftig 83 Euro kostet. Auch in St. Anton am Arlberg steigt der Preis spürbar: Statt bisher 78 Euro müssen Wintersportler nun 81,50 Euro zahlen.
Interessant ist dabei die Preisstruktur: In Sölden ist der Zeitraum, der offiziell als „Hauptsaison“ bezeichnet wird – etwa im Dezember – nicht einmal die teuerste Phase. Während dieser Wochen liegt der Preis bei 81,50 Euro, während in der sogenannten „Topsaison“, zu Weihnachten und zwischen Ende Januar und Ende Februar, der Rekordpreis von 83 Euro fällig wird.
Preissteigerungen auch in anderen Gebieten
Nicht nur die großen Prestige-Skigebiete drehen an der Preisschraube. In Kitzbühel zahlen Wintersportler während der „Premium-Saison“ – vom 21. Dezember 2025 bis 14. März 2026 – 79,50 Euro für ein Tagesticket. Das sind 3,50 Euro mehr als im Vorjahr. Auch in Serfaus-Fiss-Ladis wird es teurer: Hier steigt der Preis für die Tageskarte von 76 auf 78 Euro.
Insgesamt erhöhen sich die Preise für Skipässe österreichweit im Durchschnitt um vier Prozent. Damit übertreffen die Steigerungen vielerorts erneut die allgemeine Inflationsrate.
Argumente der Seilbahnbetreiber
Die Betreiber der Skigebiete verteidigen die Erhöhungen. Man verweise auf die enormen Kosten für Energie, Beschneiung, Personal und Infrastruktur. Zudem gebe es nach wie vor günstigere Alternativen in kleineren Skigebieten sowie attraktive Kartenverbünde wie die SnowCard, die RegioCard oder das Freizeitticket Tirol.
Reinhard Klier, Obmann des Fachverbandes Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Tirol, betonte, dass die 80-Euro-Marke auch eine psychologische Bedeutung habe: „Natürlich wirkt es symbolisch, wenn diese Grenze überschritten wird. Aber man darf nicht vergessen, dass es viele preiswertere Angebote gibt – besonders außerhalb der großen Hotspots.“
Wintersport als Luxusgut?
Für viele Skifahrer hat das dennoch einen bitteren Beigeschmack. Ein Familienausflug auf die Piste wird durch die steigenden Ticketpreise für Normalverdiener zunehmend unerschwinglich. Insbesondere während der Ferienzeiten, in denen ohnehin hohe Unterkunfts- und Verpflegungskosten anfallen, könnte der Skiurlaub für viele Familien zu einem seltenen Luxusereignis werden.
Ob die Rekordpreise die Nachfrage dämpfen oder die Lust auf das Skifahren ungebrochen bleibt, wird sich erst in der kommenden Saison zeigen. Klar ist jedoch: Die 80-Euro-Grenze markiert einen Wendepunkt – und dürfte die Diskussion über die soziale Zugänglichkeit des Wintersports neu entfachen.