Rund drei Monate nach dem verheerenden Amoklauf an einer Schule in Graz hat das österreichische Parlament mit breiter Mehrheit eine Verschärfung des Waffenrechts verabschiedet. Laut Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) handelt es sich um die größte Reform des Waffengesetzes seit drei Jahrzehnten. Ziel ist es, den Zugang zu Schusswaffen künftig stärker zu kontrollieren und potenzielle Gefahren früher zu erkennen.
Strengere Regeln beim Erwerb
Das neue Gesetz sieht mehrere zentrale Änderungen vor:
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Mindestalter: Die Altersgrenze für den Erwerb von Waffen wird angehoben. Damit sollen besonders junge Menschen schwerer Zugang zu Schusswaffen erhalten.
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Psychologische Tests: Diese werden künftig umfassender und standardisierter gestaltet, um Risiken wie Gewaltbereitschaft oder psychische Erkrankungen besser einschätzen zu können.
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Wartefrist („Cooling-off-Phase“): Zwischen Kauf und tatsächlicher Aushändigung der Waffe wird die Frist verlängert. Diese Abkühlphase soll verhindern, dass Waffen im Affekt oder unüberlegt beschafft werden.
Ausnahmen für bestimmte Gruppen
Trotz der Verschärfung wird es Ausnahmen geben: Jäger und Sportschützen können weiterhin unter erleichterten Bedingungen Waffen erwerben, sofern sie die entsprechenden Nachweise erbringen. Damit soll die Reform sicherstellen, dass traditionelle und legale Formen des Waffenbesitzes nicht unverhältnismäßig eingeschränkt werden.
Politische Einordnung
Die Neuregelung fand im Parlament eine breite Zustimmung – auch über Parteigrenzen hinweg. Angestoßen wurde sie nach dem Amoklauf in Graz, bei dem mehrere Menschen getötet und verletzt wurden. Der Vorfall hatte eine intensive Debatte über die Sicherheit an Schulen und den Zugang zu Waffen ausgelöst.
Innenminister Karner betonte, die Reform sei ein Balanceakt zwischen Freiheit und Sicherheit: „Wir müssen die Bevölkerung bestmöglich schützen und gleichzeitig die legitimen Interessen von Jägern und Sportschützen berücksichtigen.“
Ausblick
Mit der Novelle will Österreich künftig ähnliche Tragödien verhindern und den illegalen sowie unkontrollierten Waffenbesitz eindämmen. Beobachter sehen darin einen Schritt, das Land an die strengeren Regelungen anderer europäischer Staaten anzugleichen.