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Kunstaktion mit Hunderten Nackten: Spencer Tunick inszenierte Installation bei Granada

Limbyungjei (CC0), Pixabay

In Südspanien hat der US-amerikanische Fotokünstler Spencer Tunick erneut für Aufsehen gesorgt. Hunderte Menschen versammelten sich am Stadtrand von Granada, um sich auszuziehen, grün bemalen zu lassen und gemeinsam Teil einer groß angelegten Kunstaktion zu werden.

„Porträt Alhambra 1925“ in Olivenhainen

Die Installation trug den Titel „Porträt Alhambra 1925“ und fand in einem Olivenhain nahe der berühmten maurischen Festungsanlage Alhambra statt. Es war die erste Aktion Tunicks in Andalusien. Die Teilnehmenden stellten sich nackt und in dunkelgrüne Farbe gehüllt auf, sodass ein lebendiges Kunstwerk entstand, das Natur, Körper und Farbe miteinander verband.

Der Name des Projekts bezog sich auf das 100-jährige Bestehen einer bekannten Biermarke, die als Sponsor auftrat. Trotz des kommerziellen Bezugs stand nach Angaben des Künstlers die künstlerische Botschaft im Vordergrund: das Sichtbarmachen von Gemeinschaft, Verletzlichkeit und ästhetischer Körperlichkeit im öffentlichen Raum.

Weltweit bekannte Installationen

Spencer Tunick ist seit Jahrzehnten für seine spektakulären Massenszenen mit nackten Menschen bekannt. Bereits in über 75 Städten weltweit hat er Installationen realisiert. Zu seinen größten Aktionen gehörte eine Inszenierung in Mexiko-Stadt im Jahr 2007, an der mehr als 18.000 Menschen teilnahmen. In Deutschland sorgte er 2012 in München für Schlagzeilen, als rund 1.700 Freiwillige auf dem Gelände des Max-Joseph-Platzes posierten.

Auch in Granada war die Resonanz groß: Menschen aller Altersgruppen meldeten sich an, um Teil des Projekts zu sein. Viele empfanden die Teilnahme nicht nur als Kunstaktion, sondern auch als außergewöhnliche Erfahrung von Freiheit und Gemeinschaft.

Kunst mit Signalwirkung

Mit seinen Arbeiten möchte Tunick nach eigenen Worten den Blick auf den menschlichen Körper verändern: weg von Sexualisierung und Scham hin zu Natürlichkeit und kollektiver Ausdruckskraft. Die grüne Farbe in Granada sollte zudem einen Bezug zur Natur und zur Landschaft Andalusiens herstellen.

Die entstandenen Fotografien werden nun Teil einer Ausstellung, die noch in diesem Jahr eröffnet werden soll. Damit setzt Tunick seine lange Reihe provokanter und zugleich gefeierter Installationen fort – diesmal unter dem Eindruck der andalusischen Sonne und inmitten jahrhundertealter Olivenhaine.

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