In Bremen sorgt eine beispiellose Serie von Sachbeschädigungen weiter für Aufsehen: Innerhalb weniger Tage wurden die Reifen von rund 260 Autos zerstochen. Die Polizei hat inzwischen einen 41-jährigen Verdächtigen identifiziert, konnte ihn bislang jedoch nicht fassen.
Durchsuchung ohne Festnahme
Wie Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) am Freitag erklärte, wurde die Wohnung des Mannes im Stadtteil Neustadt durchsucht. Der Verdächtige war allerdings nicht anwesend. Die Fahndung nach ihm läuft nach Angaben des Senators „auf Hochtouren“. Eine eigens eingerichtete Sonderkommission mit dem Namen „Reifenstecher“ ermittelt in dem Fall.
Hinweise aus der Bevölkerung führten zu Verdächtigem
Die Ermittler waren dem Mann durch eine Kombination aus Spuren an den Tatorten, Zeugenaussagen und Videoaufzeichnungen auf die Spur gekommen. Zudem hatte die Polizei ein Hinweisportal eingerichtet, auf dem Bürgerinnen und Bürger Informationen hochladen konnten. Mehrere dieser Hinweise hätten nach Angaben der Behörden entscheidend zur Identifizierung beigetragen.
Schäden in mehreren Stadtteilen
Die Angriffe auf Fahrzeuge ereigneten sich an drei aufeinanderfolgenden Nächten. Betroffen waren die Stadtteile Neustadt, Osterholz, Horn-Lehe und Oberneuland. Laut Polizei gibt es kein erkennbares Muster hinsichtlich der betroffenen Fahrzeuge – sowohl kleinere Pkw als auch größere Modelle wurden beschädigt.
Um weitere Taten zu verhindern, hat die Polizei ihre nächtliche Präsenz zuletzt deutlich erhöht und gezielt Streifenfahrten in den betroffenen Vierteln durchgeführt.
Staatsschutz eingeschaltet – kein politischer Hintergrund erkennbar
Da die Dimension der Taten außergewöhnlich ist, ist auch der Staatsschutz in die Ermittlungen eingebunden. Hinweise auf ein politisches Motiv gibt es jedoch bislang nicht. Nach Aussage von Innensenator Mäurer handele es sich derzeit offenbar um Serienstraftaten ohne ideologischen Hintergrund.
Hohes Schadensausmaß
Die Serie hat nicht nur bei den Betroffenen erheblichen Schaden verursacht, sondern auch in der Stadtgesellschaft für Verunsicherung gesorgt. Hunderte Fahrzeuge mussten repariert oder abgeschleppt werden, zahlreiche Besitzer blieben zunächst auf den Kosten sitzen. Die genaue Schadenssumme ist noch unklar, dürfte aber in die Hunderttausende Euro gehen.
Die Polizei bittet weiterhin um Zeugenhinweise, um den Aufenthaltsort des Verdächtigen zu klären und mögliche Komplizen auszuschließen.