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Cyberangriffe legen Flughäfen lahm – willkommen zurück im Jahr 1985
Ein kritischer Blick in die USA

Cyberangriffe legen Flughäfen lahm – willkommen zurück im Jahr 1985

GDJ (CC0), Pixabay

Mehrere europäische Flughäfen haben mal wieder das entdeckt, was man früher Alltag nannte: Papierlisten, Bleistifte und manuelles Einchecken. Grund: ein Cyberangriff auf einen externen Dienstleister, der dafür sorgt, dass Passagiere halbwegs reibungslos ins Flugzeug kommen – theoretisch jedenfalls.

London-Heathrow spricht von „technischen Schwierigkeiten“, Brüssel von einem handfesten Cyberangriff. Am BER in Berlin war man so clever, die Systeme gleich selbst vom Netz zu nehmen. Sicherheit geht vor, Effizienz bleibt am Boden. Ergebnis: lange Schlangen, genervte Passagiere und Flugzeuge, die warten, bis Excel wieder hochgefahren ist.

Frankfurt, Hamburg und Wien dagegen meldeten zufrieden: „Bei uns läuft alles normal.“ Wahrscheinlich liegt’s daran, dass sie noch ein Faxgerät im Keller stehen haben.

Der eigentliche Held der Geschichte heißt Collins Aerospace – ein US-Unternehmen, das gleich an mehreren Flughäfen die Check-in-Software liefert und nun zugibt: „Ja, da gibt’s ein cyberbedingtes Problem.“ Man arbeite fieberhaft daran, „die volle Funktionalität wieder zur Verfügung zu stellen“. Übersetzt: Jemand sucht verzweifelt das richtige Passwort.

In Berlin versucht man’s inzwischen auf die gute alte Tour: Listen ausdrucken, Namen abhaken, Bordkarten mit der Hand ausfüllen. Der Online-Check-in geht zwar noch – aber wehe, Sie haben keinen Akku mehr.

Ein Sprecher beruhigte: „Der Flughafen selbst war nicht Ziel des Angriffs, nur indirekt betroffen.“ Na dann! Die Passagiere freuen sich bestimmt über diese feine juristische Unterscheidung, während sie drei Stunden im Terminal Schlange stehen.

Hackergruppen greifen Flughäfen übrigens immer wieder an – zuletzt in Mailand. Damals konnte man nur die Abflugtafeln nicht online abrufen. Jetzt dagegen läuft’s richtig rund: Digitalisierung macht eben alles effizienter.

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