Ein makabrer Fund beschäftigt Polizei und Behörden in der Steiermark: Nach dem Tod eines 83-jährigen Mannes in Seckau (Bezirk Murtal) haben Einsatzkräfte in seiner Grazer Zweitwohnung insgesamt 27 Schlangen entdeckt – darunter 17 hochgiftige Exemplare. Die Tiere wurden unter katastrophalen Bedingungen gehalten.
Ausgangspunkt: Todesfall in Seckau
Am Donnerstag war die Polizei in eine Wohnung in Seckau gerufen worden, wo der 83-Jährige tot aufgefunden wurde. Bereits dort stießen die Beamten auf eine Grüne Mamba – eine der gefährlichsten Giftschlangen der Welt.
Da bekannt war, dass der Verstorbene als Reptilienhalter galt und zusätzlich eine Wohnung in Graz besaß, ordneten die Behörden eine Öffnung dieser Räumlichkeiten an.
Schock in Graz: 27 Schlangen entdeckt
Was die Einsatzkräfte dort vorfanden, übertraf die Erwartungen: In mehreren Käfigen und Boxen waren insgesamt 27 Schlangen untergebracht. Unter ihnen befanden sich hochgefährliche Arten, die bei einem Biss tödlich sein können.
Nach Angaben der Landespolizeidirektion Steiermark waren die Tiere in völlig unzureichenden Bedingungen eingepfercht – ohne saubere Umgebung, ohne artgerechte Pflege, manche vegetierten buchstäblich in ihren eigenen Exkrementen dahin.
Einschreiten von Experten
Vor Ort waren neben der Polizei auch ein Amtstierarzt sowie ein Sachverständiger für Gefahrentiere im Einsatz. Letzterer stufte 17 der Schlangen als extrem gefährlich ein. Alle Tiere wurden abtransportiert und in sichere Verwahrung übergeben.
Offene Fragen
Unklar ist derzeit, ob der Verstorbene die Schlangen legal besaß oder ob es sich um einen Verstoß gegen Haltungsbestimmungen handelte. In Österreich ist die Haltung von Gefahrentieren streng geregelt, insbesondere in Wohnanlagen.
Ebenfalls wird geprüft, ob von den Tieren eine konkrete Gefahr für Nachbarn oder Dritte ausging. Angesichts der katastrophalen Haltungsbedingungen und der Tatsache, dass es sich teils um tödlich giftige Arten handelte, spricht die Polizei von einem hochriskanten Szenario.
Hintergrund: Faszination und Risiko
Immer wieder sorgen Fälle illegal gehaltener Giftschlangen für Aufsehen. Experten warnen seit Jahren vor den Gefahren: Einerseits für die Halter selbst, die oft die Risiken unterschätzen, andererseits für Rettungskräfte und Anwohner.
Der Fall in Graz zeigt einmal mehr, wie schnell die Faszination für exotische Tiere in eine Gefahrensituation für die Allgemeinheit umschlagen kann.