Angesichts wachsender Herausforderungen an Deutschlands Schulen hat der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Stefan Düll, deutlich mehr Geld für das Startchancen-Programm gefordert. In einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung betonte Düll: „Selbst eine Verdopplung der Mittel wäre nicht ausreichend.“ Nur mit einer erheblich stärkeren finanziellen Ausstattung könne das Ziel erreicht werden, Chancengleichheit im Bildungssystem spürbar zu verbessern.
Kritik an aktueller Finanzierung
Das Programm, das Bund und Länder gemeinsam mit je einer Milliarde Euro jährlich finanzieren, soll gezielt Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Schüler stärken – durch bessere Ausstattung, zusätzliche Sozialarbeit oder gezielte Fördermaßnahmen. Doch aus Sicht des Lehrerverbandes ist der aktuelle Rahmen bei weitem nicht ausreichend, um strukturelle Ungleichheiten im Bildungsbereich zu überwinden.
„Wenn Deutschland es mit der Bildungsgerechtigkeit ernst meint, dann müssen wir bereit sein, in die Schulen zu investieren, die es am dringendsten brauchen“, so Düll weiter.
Warnung vor verpasster Chance
Der Lehrerpräsident warnt, dass das Land ohne ambitioniertere Maßnahmen bei der Chancengerechtigkeit weiter zurückfallen werde. Besonders vor dem Hintergrund steigender Schülerzahlen, wachsender Heterogenität in den Klassenzimmern und dem anhaltenden Lehrkräftemangel sei es jetzt an der Zeit, mutig gegenzusteuern.
Das Startchancen-Programm gilt als ein zentrales bildungspolitisches Vorhaben der Bundesregierung. Die nun geforderte Aufstockung könnte Druck auf die Länder und den Bund erhöhen, die Gespräche über eine mögliche Ausweitung des Programms neu zu bewerten. Ob diese jedoch bereit sind, die Mittel kurzfristig zu erhöhen, ist bislang offen.