Die rechtlichen Turbulenzen um den einst schillernden Immobilienunternehmer Rene Benko nehmen weiter zu. Wie die österreichische Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) am Dienstag mitteilte, wurde nun eine zweite Anklage gegen den Signa-Gründer eingebracht – diesmal wegen des Verdachts der betrügerischen Krida, also eines vorsätzlich herbeigeführten Vermögensschadens im Rahmen eines Bankrotts.
Benko, einst als Milliardeninvestor gefeiert und durch seine Signa-Gruppe europaweit im Handel und in der Immobilienbranche aktiv, steht im Verdacht, Luxusuhren und Bargeld in Höhe von rund 370.000 Euro bewusst vor seinen Gläubigern verborgen zu haben. Diese mutmaßlich verschwiegenen Vermögenswerte sollen nach der spektakulären Insolvenz der Signa-Gruppe nicht in die Masse eingeflossen sein – ein schwerer Vorwurf im Rahmen eines Insolvenzverfahrens.
Bereits zuvor war gegen den ehemaligen Immobilien-Tycoon eine erste Anklage wegen ähnlicher Vorwürfe erhoben worden. Mit der nun zweiten Anklage verdichtet sich das Bild eines möglichen systematischen Versuchs, Vermögen aus der Reichweite der Gläubiger zu schaffen, während Tausende von Investoren, Geschäftspartnern und Mitarbeitern auf Aufklärung und Entschädigung hoffen.
Die Ermittlungen laufen unter Hochdruck, auch international. Noch ist unklar, wann es zum Prozess kommt – doch das einstige Imperium Benkos zerfällt inzwischen ebenso sichtbar wie sein Ruf. Vom Glanz des Selfmade-Milliardärs ist nicht mehr viel übrig geblieben. Vielmehr steht er sinnbildlich für die Schattenseiten eines Immobilienbooms, der auf fragilen Fundamenten ruhte.