In Deutschland greifen immer mehr Menschen auf künstliche Intelligenz (KI) zurück, wenn es um Fragen zu Gesundheit und Krankheit geht. Das zeigt die aktuelle Digital-Health-Studie der Unternehmensberatung Deloitte, die jährlich die Digitalisierung im Gesundheitswesen untersucht.
Laut den Ergebnissen nutzen inzwischen 25 Prozent der Bevölkerung KI-gestützte Anwendungen zur Selbstdiagnose oder medizinischen Orientierung. Im Vorjahr lag der Anteil lediglich bei 9 Prozent – ein sprunghafter Anstieg innerhalb von zwölf Monaten.
KI statt klassische Symptom-Checker
Besonders auffällig: Viele Befragte wenden sich nicht in erster Linie an die Symptom-Checker von Krankenkassen oder medizinischen Einrichtungen, sondern bevorzugen die Nutzung von allgemeinen KI-Tools wie ChatGPT oder ähnlichen Anbietern. Diese Systeme liefern in kurzer Zeit detaillierte Antworten auf medizinische Fragen und werden offenbar als niederschwelliger und unkomplizierter empfunden.
Chancen und Risiken
Experten sehen darin sowohl Potenziale als auch Gefahren. KI könne Patienten helfen, Symptome besser einzuordnen, erste Handlungsempfehlungen zu erhalten und informierter in ein Arztgespräch zu gehen. Gleichzeitig warnen Ärzteverbände jedoch vor einer Selbstüberschätzung der Nutzer und einer möglichen Fehldiagnose, da KI-Modelle keine individuelle ärztliche Untersuchung ersetzen können.
Bedeutung für das Gesundheitswesen
Die Ergebnisse der Deloitte-Erhebung zeigen, dass sich die Erwartungen an das Gesundheitswesen verändern. Viele Menschen wünschen sich offenbar digitale Unterstützung – schnell, flexibel und rund um die Uhr verfügbar. Für Krankenkassen und medizinische Einrichtungen bedeutet das zusätzlichen Druck, ihre eigenen digitalen Angebote auszubauen, um nicht den Anschluss an kommerzielle Anbieter zu verlieren.
Fazit
Der Trend zur Nutzung von KI im Gesundheitsbereich dürfte sich in den kommenden Jahren weiter verstärken. Entscheidend wird sein, wie seriöse Anbieter, Ärzte und Politik darauf reagieren, um Chancen wie Entlastung und bessere Patienteninformation zu nutzen, gleichzeitig aber Sicherheit und Qualität zu gewährleisten.