Hintergrund:
- Maddie McCann, damals 3 Jahre alt, verschwand 2007 aus einer Ferienanlage in Portugal.
- Seit 2020 gilt Christian B. als Hauptverdächtiger im Mordfall – ohne dass bis heute eine Anklage erhoben wurde.
Warum wurde Christian B. öffentlich verdächtigt?
- Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hatte seit 2017 im Stillen gegen ihn ermittelt.
- Als die Ermittlungen feststeckten, entschied man sich 2020 für einen Zeugenaufruf über die Medien, um neue Hinweise zu erhalten.
- Die Resonanz war groß: Über 1.000 Hinweise gingen ein.
- Christian B. war bereits mehrfach wegen Sexualdelikten vorbestraft und wurde als potenzieller Serientäter eingeschätzt.
- Ermittler hofften auch auf Aussagen möglicher anderer Opfer.
Was ist seither passiert?
- 2022 wurde Christian B. wegen anderer Taten (3 Vergewaltigungen, 2 Kindesmissbräuche) angeklagt.
- Doch 2024 erfolgte ein Freispruch – aus Mangel an Beweisen.
- Die Staatsanwaltschaft legte Revision beim Bundesgerichtshof ein.
- Christian B. sitzt aktuell noch eine siebenjährige Haftstrafe wegen der Vergewaltigung einer 72-Jährigen ab – Entlassung ist am 17. September 2025 geplant.
Warum keine Anklage im Fall Maddie?
- Die Ermittler glauben nach wie vor, dass Christian B. Maddie entführt und getötet hat.
- Es gebe Indizien, aber keinen endgültigen Beweis:
- Handy in Tatortnähe
- Zeugenaussagen über angebliche Geständnisse
- Der entscheidende Beweis fehlt weiterhin – etwa eine Leiche oder DNA-Spuren.
Kritik & Zweifel:
- Gerichtsreporter Hendrik Rasehorn sieht die langjährige Vorverurteilung kritisch:
„Ihn als Hauptverdächtigen zu führen, aber keine Anklage zu erheben, ist mit Blick auf die Unschuldsvermutung problematisch.“
- Viele fragen sich, ob sich die Staatsanwaltschaft zu früh zu weit aus dem Fenster gelehnt hat.
Fazit:
Der Fall Maddie bleibt einer der rätselhaftesten Kriminalfälle Europas.
Christian B. gilt weiterhin als Hauptverdächtiger – aber ohne belastbare Beweise bleibt unklar, ob es je zu einem Prozess kommt.