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Mehr Kohle im Energiemix: Fossile Energieträger legen wieder zu

Tyna_Janoch (CC0), Pixabay

In der ersten Hälfte des Jahres ist in Deutschland erneut mehr Strom aus fossilen Energieträgern erzeugt worden. Das geht aus aktuellen Daten des Statistischen Bundesamts hervor. Besonders die Kohle legte wieder zu: Ihr Anteil an der gesamten Stromproduktion stieg von 20,9 Prozent im ersten Halbjahr 2024 auf 22,7 Prozent.

Auch Erdgas spielte eine größere Rolle. Sein Anteil kletterte um 1,7 Prozentpunkte auf 16,2 Prozent. Insgesamt machten konventionelle Energieträger – darunter Kohle, Gas, Öl und Kernenergie – 42,2 Prozent der Stromerzeugung aus. Das ist ein Anstieg um 3,8 Punkte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Im Gegenzug verloren die erneuerbaren Energien an Gewicht. Ihr Anteil sank von 61,6 Prozent im ersten Halbjahr 2024 auf nur noch 57,8 Prozent.

Ursachen für den Rückgang der Erneuerbaren

Mehrere Faktoren erklären den Rückgang:

  • Wetterlage: Eine vergleichsweise windarme Periode bremste die Erträge aus der Windenergie – der wichtigsten erneuerbaren Quelle in Deutschland.

  • Schwankungen bei Solarstrom: Trotz zahlreicher neuer Photovoltaikanlagen sorgte wechselhafte Witterung für geringere Produktionsspitzen.

  • Höhere Netzlast: Um Versorgungssicherheit zu gewährleisten, griffen Netzbetreiber verstärkt auf Kohle- und Gaskraftwerke zurück.

Politische Dimension

Die Zahlen sind brisant, da die Bundesregierung ehrgeizige Klimaziele verfolgt: Bis 2030 soll der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch auf 80 Prozent steigen. Der nun gestiegene Anteil fossiler Energien zeigt, wie schwierig der Umbau des Energiesystems in der Praxis bleibt.

Besonders die stärkere Nutzung von Kohle steht im Widerspruch zu den Klimaschutzplänen. Kohle verursacht im Vergleich zu anderen Energieträgern besonders hohe CO₂-Emissionen.

Internationale Abhängigkeiten

Hinzu kommt die Rolle der Gasimporte, die trotz sinkender Abhängigkeit von Russland weiterhin eine strategische Schwachstelle darstellen. Steigende Gaspreise auf den Weltmärkten könnten die Energieerzeugung zusätzlich verteuern.

Ausblick: Ein Energiemix im Wandel

Ob der Trend anhält, wird maßgeblich von äußeren Faktoren bestimmt:

  • Die Ausbaugeschwindigkeit der erneuerbaren Energien (vor allem Windkraft an Land und auf See).

  • Wetterbedingungen, die naturgemäß schwanken.

  • Die Entwicklung der Stromnachfrage, etwa durch Elektromobilität oder steigenden Stromverbrauch in der Industrie.

  • Die Energiepolitik – von Subventionen bis hin zu Regelungen für Kohleausstieg und Gaskraftwerke.

Für die Energiewende gilt damit weiterhin: Fortschritte sind sichtbar, aber Rückschläge und Schwankungen gehören dazu.

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