Die spektakuläre Flucht des früheren Amoktäters von Ansbach ist nach drei Wochen zu Ende gegangen. Der heute 34-Jährige wurde in Kolumbien festgenommen und bereits nach Deutschland überstellt. Das bestätigten die Staatsanwaltschaft Ansbach und das bayerische Justizministerium am Samstag. Unmittelbar nach seiner Ankunft sei er in die geschlossene Abteilung der forensischen Psychiatrie in Erlangen gebracht worden.
Rückblick auf die Tat von 2009
Der Mann hatte im September 2009 im Alter von 18 Jahren an einer Ansbacher Schule einen Amoklauf verübt. Mit Beil, Messern und Molotow-Cocktails verletzte er damals neun Mitschüler und einen Lehrer, ehe er von der Polizei überwältigt wurde. Ein Gericht verurteilte ihn zu neun Jahren Jugendhaft und ordnete zudem die unbefristete Unterbringung in der Psychiatrie an.
Flucht beim Tagesausgang
Mitte August dieses Jahres gelang dem Untergebrachten bei einem genehmigten Tagesausgang die Flucht. Trotz sofort eingeleiteter Fahndungsmaßnahmen blieb er zunächst verschwunden – ein Vorfall, der auch eine Debatte über die Sicherheitsvorkehrungen in forensischen Kliniken auslöste.
Festnahme in Südamerika
Wie der Mann nach Kolumbien gelangte, ist bisher nicht öffentlich bekannt. Nach Angaben der Behörden wurde er dort in enger Zusammenarbeit mit internationalen Sicherheitskräften aufgespürt. Die kolumbianischen Behörden übergaben den 34-Jährigen schließlich an Deutschland.
Rückkehr in die Psychiatrie
Der ehemalige Amokläufer befindet sich nun wieder in der geschlossenen Abteilung der forensischen Psychiatrie Erlangen. Ein Sprecher des Justizministeriums betonte, die Sicherheitsmaßnahmen seien nach der Rückführung nochmals verschärft worden.