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Vom Mini-Erbe bis zum Millionenvermögen: Wer wie viel an den Staat abgibt

wir_sind_klein (CC0), Pixabay

Wer zahlt wie viel bei der Erbschaftsteuer?

Berlin – Erben ist in Deutschland nicht nur eine Frage von Familie und Vermögen – sondern auch ein Geschäft für den Staat. 2024 hat die Bundesrepublik so viel an Erbschaft- und Schenkungsteuer eingenommen wie nie zuvor: 13,3 Milliarden Euro.

Das Statistische Bundesamt meldet: Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Einnahmen um 12,3 Prozent. Aufgeteilt auf die beiden Steuerarten bedeutet das: 8,46 Milliarden Euro aus Erbschaften, weitere 4,1 Milliarden Euro aus Schenkungen.

Doch wer genau zahlt wie viel? Und wo liegen die größten Brocken?

Kleine Erbschaften: Viele Fälle, wenig Geld

Rund 136.000 Erbschaften wurden im vergangenen Jahr besteuert. Mehr als die Hälfte – 76.666 Fälle – lag unter 100.000 Euro.

  • Mini-Erbschaften unter 10.000 Euro: knapp 15.000 Fälle, durchschnittlich nur gut 1.100 Euro Steuer pro Erbfall. Gesamtaufkommen: 15,6 Mio. Euro.
  • 10.000 bis 50.000 Euro: fast 40.000 Erbfälle, im Schnitt gut 5.300 Euro Steuer. Gesamt: 202 Mio. Euro.
  • 50.000 bis 100.000 Euro: über 23.000 Fälle, etwa 14.000 Euro Steuer pro Erbe. Gesamt: 330 Mio. Euro.

Zusammengenommen tragen diese kleineren Nachlässe nur 6 Prozent zum Gesamtaufkommen der Erbschaftsteuer bei.

Mittlere Erbschaften: Spürbare Beträge

Deutlich ertragreicher für den Fiskus sind Erbschaften zwischen 100.000 und 500.000 Euro.

  • 100.000 bis 200.000 Euro: knapp 23.000 Fälle, Ø 29.000 Euro Steuer, Gesamt: 668 Mio. Euro.
  • 200.000 bis 300.000 Euro: gut 11.600 Fälle, Ø 47.000 Euro Steuer, Gesamt: 548 Mio. Euro.
  • 300.000 bis 500.000 Euro: rund 10.500 Fälle, Ø fast 82.000 Euro Steuer, Gesamt: 861 Mio. Euro.

Diese mittlere Gruppe macht einen erheblichen Teil der Einnahmen aus – zusammen mehr als 2 Milliarden Euro.

Große Erbschaften: Das Steuer-Gold für den Staat

Wirklich lukrativ wird es ab der 500.000-Euro-Grenze. Obwohl zahlenmäßig viel seltener, liefern die großen Vermögen den Löwenanteil der Steuereinnahmen.

  • 500.000 bis 2,5 Mio. Euro: gut 12.300 Fälle, im Schnitt 210.000 Euro Steuer pro Erbe. Gesamt: 2,6 Mrd. Euro.
  • 2,5 bis 5 Mio. Euro: knapp 1.200 Fälle, Ø 683.000 Euro Steuer, Gesamt: 809 Mio. Euro.
  • Mehr als 5 Mio. Euro: nur 683 Fälle – aber im Schnitt satte 3,56 Mio. Euro Steuer pro Erbe. Gesamt: 2,4 Mrd. Euro.

Damit gilt: Knapp 70 Prozent der gesamten Erbschaftsteuer-Einnahmen (5,84 Mrd. Euro) stammen allein aus großen Erbschaften über 500.000 Euro.

Fazit

Erbschaften in Deutschland sind in der Masse klein, doch für den Staat sind die großen Nachlässe entscheidend. Wer mehrere Millionen vererbt, zahlt allein durch wenige hundert Fälle Milliarden in die Staatskasse.

Der politische Streit um die Erbschaftsteuer dürfte damit weiter an Fahrt gewinnen – zwischen Forderungen nach Entlastung kleinerer Erben und Debatten um höhere Belastungen für Millionennachlässe.

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