Eine aktuelle Untersuchung sorgt für Aufsehen: 25 Prozent der Franzosen im Alter von 15 bis 29 Jahren geben an, an Depressionen zu leiden. Die repräsentative Studie wurde von der Mutualité Française, dem Institut Montaigne und dem Institut Terram durchgeführt und am 2. September veröffentlicht. Befragt wurden 5.633 Jugendliche und junge Erwachsene mit einem standardisierten Fragebogen (PHQ-9), der depressive Episoden misst.
Die Ergebnisse zeigen nicht nur ein insgesamt hohes Niveau an psychischen Belastungen, sondern auch deutliche soziale und regionale Unterschiede. Besonders betroffen sind junge Menschen in den französischen Überseedepartements (DROM) – dort berichtet fast jeder Zweite von depressiven Symptomen.
Psychische Probleme oft unterschätzt
Interessant ist der Unterschied zwischen Selbstwahrnehmung und Diagnose: Nur 14 Prozent der Befragten gaben an, ihre psychische Gesundheit selbst als schlecht einzuschätzen – obwohl laut Test 25 Prozent unter Depressionen leiden. „Das zeigt, dass psychische Leiden nach wie vor unterschätzt oder bagatellisiert werden, selbst von den Betroffenen“, heißt es im Bericht.
Der Kinder- und Jugendpsychiater Olivier Bonnot bezeichnet die Ergebnisse als „alarmierend, wenn auch nicht überraschend“. Er weist darauf hin, dass die Zahl möglicherweise etwas zu hoch gegriffen sein könnte, weil die Erhebung Symptome wie Traurigkeit, Schlaf- oder Essstörungen und Suizidgedanken stark gewichtet. Dennoch bleibe klar: „Depression ist eine Krankheit, die ernst genommen werden muss.“
Armut, Geschlecht und Lebensumstände als Risikofaktoren
Besonders auffällig ist der Zusammenhang zwischen sozialer Lage und psychischer Gesundheit:
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Fast 47 Prozent der Jugendlichen in prekären Verhältnissen sind von Depressionen betroffen.
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In wohlhabenderen Haushalten liegt der Anteil nur bei rund 16 Prozent.
Auch das Geschlecht spielt eine entscheidende Rolle:
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27 Prozent der jungen Frauen leiden laut Studie unter Depressionen.
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Bei den jungen Männern sind es 22 Prozent.
Vor allem bei Schüler:innen unter 22 Jahren ist der Unterschied gravierend: Mehr als die Hälfte der Schülerinnen berichten, regelmäßig unter Stress zu stehen, während es bei den männlichen Mitschülern nur rund drei Prozent sind.
Fazit
Die Studie macht deutlich, dass Depressionen längst ein gesamtgesellschaftliches Problem sind – besonders bei jungen Menschen. Faktoren wie Armut, Stress in Schule oder Studium, soziale Unsicherheit und Geschlechterunterschiede verstärken die Belastung. Experten fordern daher dringend, dass Prävention, psychologische Unterstützung und Aufklärung massiv ausgebaut werden.