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Mohnanbau in Niedersachsen: Zwischen Backstube und Betäubungsmittelrecht

Schwoaze (CC0), Pixabay

Schlafmohn galt in Deutschland jahrzehntelang als verbotene Pflanze. Erst seit einigen Jahren ist sein Anbau unter strengen Auflagen wieder möglich – auch in Niedersachsen. Dort wächst die Pflanze mittlerweile auf über 100 Hektar und macht das Bundesland zum drittgrößten Anbaugebiet in Deutschland. Bundesweit waren es 2024 bereits mehr als 1.000 Hektar.

Strenge Regeln für Landwirte

Der Anbau ist nur mit Genehmigung der Bundesopiumstelle erlaubt. Vorgeschrieben sind dabei unter anderem:

  • der Einsatz ausschließlich morphinarmer Sorten,

  • das Vorlegen eines polizeilichen Führungszeugnisses durch die Landwirte,

  • die Pflicht, Diebstähle vom Feld sofort zu melden.

Damit soll verhindert werden, dass die Pflanzen missbräuchlich zur Herstellung von Drogen verwendet werden.

Vom Risiko zur Chance

In der Landwirtschaft gilt Schlafmohn bislang noch als Nischenkultur. Doch erste Betriebe sehen Chancen:

  • Als Backzutat ist Mohn traditionell gefragt.

  • Auch in der Pharmaindustrie bestehen Nutzungsmöglichkeiten.

  • Zudem diversifiziert der Anbau die Landwirtschaft und macht sie weniger abhängig von klassischen Kulturen wie Getreide oder Raps.

Zwischen Tradition und strenger Kontrolle

Während Mohn in vielen Ländern ein fester Bestandteil der Küche ist, bleibt sein Anbau in Deutschland rechtlich sensibel. Für niedersächsische Landwirte bedeutet er zugleich Bürokratie und Potenzial: Wer die Hürden überwindet, kann sich ein Stück weit auf einem wachsenden Spezialmarkt positionieren.

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