In der portugiesischen Hauptstadt Lissabon hat sich am Dienstagabend ein schweres Unglück ereignet. Die traditionsreiche Standseilbahn „Gloria“, eine der bekanntesten Touristenattraktionen der Stadt, ist entgleist, mit hoher Geschwindigkeit den steilen Berg hinuntergerast und schließlich in ein Gebäude geprallt.
15 Tote und zahlreiche Verletzte
Nach Angaben der portugiesischen Notfallbehörde kamen mindestens 15 Menschen ums Leben. Zudem wurden 18 weitere Personen verletzt, fünf von ihnen schwer. Rettungskräfte waren bis in die Nacht hinein im Einsatz, um Verletzte zu versorgen und Trümmerteile zu sichern.
Zur Identität und Nationalität der Opfer gibt es bislang keine Informationen. Da die Bahn sowohl von Einheimischen als auch von vielen Touristen genutzt wird, gehen die Behörden davon aus, dass auch ausländische Besucher unter den Toten und Verletzten sind.
Ursache noch unklar – Seilriss oder Bremsversagen vermutet
Die Ermittlungen zur Unfallursache laufen. Experten prüfen, ob ein Seil gerissen ist oder ein technischer Defekt an den Bremsen zum Versagen der Bahn führte. Der Wagen selbst wurde vollständig zerstört.
Historische Bahn als Touristenmagnet
Die „Gloria“-Bahn ist eine der berühmten Standseilbahnen Lissabons und verbindet seit Ende des 19. Jahrhunderts das Stadtzentrum mit dem höher gelegenen Bairro Alto. Für viele Besucher gilt sie als eine der Sehenswürdigkeiten Lissabons – das macht das Unglück auch über die Landesgrenzen hinaus besonders tragisch.
Regierung reagiert mit Betroffenheit
Portugals Ministerpräsidentin Ana Catarina Mendes zeigte sich tief betroffen und kündigte eine lückenlose Aufklärung an. Auch die Stadtverwaltung Lissabon ordnete an, alle weiteren Standseilbahnen der Stadt – darunter die bekannten Linien „Bica“ und „Lavra“ – vorsorglich außer Betrieb zu nehmen, bis die Sicherheitsüberprüfungen abgeschlossen sind.
Fazit
Das Unglück erschüttert Portugal und trifft ein Symbol der Hauptstadt. Für viele Menschen in Lissabon ist die „Gloria“-Bahn mehr als nur ein Transportmittel – sie ist ein Stück Stadtgeschichte. Umso dringender wird nun die Frage nach den Ursachen gestellt, um ähnliche Tragödien in Zukunft verhindern zu können.