Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erhält den Verdienstorden des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Das gab die Staatskanzlei in Schwerin bekannt. Die höchste Auszeichnung des Bundeslandes soll ihr am 29. September in Stralsund von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) verliehen werden.
Schwesig: „Ein Glücksfall für unser Land“
Ministerpräsidentin Schwesig würdigte Merkel als „Glücksfall für Mecklenburg-Vorpommern und für Deutschland“. Über mehr als drei Jahrzehnte habe Merkel nicht nur als Abgeordnete, sondern auch als Regierungschefin die Interessen des Bundeslandes vertreten. „Angela Merkel hat sich in besonderer Weise für viele Projekte engagiert, die den Menschen in Mecklenburg-Vorpommern zugutekommen – und sie hat unser Land auch international sichtbar gemacht“, sagte Schwesig.
Politische Wurzeln im Nordosten
Merkels politische Karriere begann unmittelbar nach der deutschen Wiedervereinigung. 1990 zog sie erstmals in den Bundestag ein, als direkt gewählte Abgeordnete für den Wahlkreis Stralsund – Rügen – Grimmen. Diesen Wahlkreis vertrat sie ohne Unterbrechung bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Bundestag im Jahr 2021. Damit war sie mehr als 30 Jahre lang eine der zentralen politischen Stimmen des Landes im Bundestag.
Auch während ihrer Kanzlerschaft (2005–2021) hielt Merkel engen Kontakt zu ihrer Heimat. Immer wieder nahm sie sich Zeit, lokale Initiativen zu besuchen, Wirtschaftsprojekte zu unterstützen und mit Bürgerinnen und Bürgern in den norddeutschen Küstenregionen im Gespräch zu bleiben.
Symbolische Bedeutung für das Land
Der Verdienstorden Mecklenburg-Vorpommerns ist die höchste Auszeichnung, die das Bundesland verleiht. Er wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich in besonderem Maße um das Land verdient gemacht haben – sei es durch politisches, gesellschaftliches, kulturelles oder wirtschaftliches Engagement. Die Ehrung für Merkel unterstreicht die enge Verbindung zwischen ihrer politischen Laufbahn und den Interessen ihrer Heimatregion.
Internationale Ausstrahlung
Merkel prägte als Kanzlerin über 16 Jahre lang die deutsche und europäische Politik. Sie war in Krisen – von der Finanzkrise über die Flüchtlingspolitik bis zur Corona-Pandemie – eine zentrale Figur und gilt weltweit als Symbol für Stabilität und Kompromissfähigkeit. Mit der Auszeichnung möchte Mecklenburg-Vorpommern auch anerkennen, dass Merkel auf der internationalen Bühne das Bild des Bundeslandes positiv mitgeprägt hat.
Ausblick auf die Ehrung
Die Verleihung am 29. September in Stralsund wird im Beisein zahlreicher Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft stattfinden. Für Merkel ist es eine Rückkehr an einen Ort, der über Jahrzehnte ihr politisches Zuhause war und von dem aus sie den Weg in die Weltpolitik angetreten hat.