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Trickbetrug in München scheitert – Rentner verläuft sich im Krankenhaus

corgaasbeek (CC0), Pixabay

Ein perfider Schockanruf mit einer Forderung über 120.000 Euro hätte beinahe Erfolg gehabt – doch nur durch einen Zufall scheiterten die Täter: Der 83-jährige Rentner fand das vereinbarte Krankenzimmer im Münchner Klinikum Großhadern nicht.

Der Fall ereignete sich am vergangenen Donnerstag in München und zeigt eine neue, besonders hinterhältige Masche von Trickbetrügern. Wie die Polizei mitteilte, wurde ein 83-jähriger Mann aus dem Raum Franken von einem angeblichen Arzt kontaktiert, der sich als „Dr. Koch“ ausgab. In dem professionell wirkenden Telefonat erklärte der Anrufer, der Sohn des Rentners sei schwer an Krebs erkrankt und benötige dringend ein Medikament im Wert von 120.000 Euro.

Schockanruf mit emotionalem Druck

Die Betrüger setzten den Rentner massiv unter Druck: Nur durch eine sofortige Zahlung könne das Leben seines Sohnes gerettet werden. Da der Senior nicht über entsprechende Bargeldsummen verfügte, bot er an, den Betrag in Form von Gold- und Silbermünzen zu übergeben.

Kurze Zeit später meldete sich eine angebliche Ärztin namens „Dr. Krause“, die dem Mann mitteilte, er solle die Wertsachen direkt in einem Zimmer im ersten Stock des Klinikums Großhadern übergeben – dort würde sein Sohn liegen.

Rentner verliert sich – Schwindel fliegt auf

Mit der wertvollen Tasche fuhr der Rentner tatsächlich nach München. Weil er das Klinikum von früheren Besuchen kannte, wählte er einen Nebeneingang – und verirrte sich im weitläufigen Gebäude. Schließlich sprach er eine Krankenschwester an, die stutzig wurde und den Fall meldete.

Die Polizei stellte fest: Der Sohn des Rentners ist kerngesund und hielt sich zum Zeitpunkt des Anrufs in Franken auf. Nach Aufdeckung des Schwindels reiste der Sohn nach München, um gemeinsam mit seinem Vater Anzeige zu erstatten.

Polizei warnt vor neuer Betrugsmasche

Die Münchner Polizei spricht von einer neuen Variante des bekannten Schockanrufs: Erstmals seien Opfer gezielt zu einer real existierenden Klinik gelotst worden, um dort eine fingierte Übergabe durchzuführen. Die Täter versuchen so, ihre Geschichte glaubwürdiger erscheinen zu lassen – besonders für ältere Menschen, die ohnehin durch die Sorge um Angehörige emotional stark beeinflussbar sind.

Polizeisprecher warnen eindringlich davor, auf solche Anrufe einzugehen. Keine seriöse Klinik oder Behörde fordert Geld am Telefon oder vereinbart Übergaben in Krankenhäusern. Angehörige sollten regelmäßig mit älteren Familienmitgliedern über solche Betrugsversuche sprechen.

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