Die Zahl der RSV-Erkrankungen bei Säuglingen ist im Winter 2024/25 deutlich zurückgegangen – und das dank eines neu zugelassenen Antikörper-Wirkstoffs. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilt, hat sich die Zahl der Infektionen im Vergleich zur Vorsaison mehr als halbiert.
Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) gilt als eine der häufigsten Ursachen für Atemwegserkrankungen bei Kleinkindern – besonders im ersten Lebensjahr. Schwere Verläufe können zu Atemnot und Krankenhausaufenthalten führen. In der Vergangenheit führte RSV jährlich zu einer enormen Belastung von Kinderkliniken und Kinderärzt:innen – vor allem in den Wintermonaten.
Neue Schutzmaßnahme zeigt Wirkung
Die Einführung eines lang wirksamen Antikörper-Wirkstoffs, der gefährdete Säuglinge präventiv schützt, zeigt nun erstmals spürbare Effekte.
Laut RKI wurden im Winter 2024/25 nur noch 1.045 RSV-Erkrankungen pro 100.000 Säuglinge gemeldet. Im Winter 2023/24 lag dieser Wert noch bei rund 2.290 – ein Rückgang von mehr als 50 Prozent.
Auch die Zahl der Klinikeinweisungen sank deutlich: Sie habe sich den RKI-Forschern zufolge ebenfalls mehr als halbiert. Das bedeutet: Weniger schwere Verläufe, weniger Überlastung der Kinderstationen und eine erhebliche Entlastung für Eltern, Ärzt:innen und Pflegende.
Was ist RSV und warum ist es gefährlich?
RSV ist hochansteckend und verbreitet sich vor allem über Tröpfcheninfektion. Besonders Säuglinge unter sechs Monaten sind gefährdet, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift ist. Typische Symptome sind starker Husten, Atemnot, Fieber und Trinkschwäche.
In schweren Fällen kann es zu Bronchiolitis oder sogar Lungenentzündungen kommen. Bisherige Schutzmaßnahmen beschränkten sich meist auf allgemeine Hygieneregeln und auf Antikörper-Injektionen für Hochrisikokinder – mit begrenzter Reichweite.
Fortschritt durch passive Immunisierung
Der nun eingesetzte Antikörper-Wirkstoff bietet einen breiten, langanhaltenden Schutz gegen RSV und kann bereits einmalig im Säuglingsalter verabreicht werden. Er funktioniert über passive Immunisierung, das heißt: Der Wirkstoff enthält fertige Antikörper, die das Virus direkt neutralisieren können, bevor es sich ausbreitet.
Gesundheitsexperten sehen darin einen wichtigen Fortschritt im Kinderschutz – insbesondere in der kalten Jahreszeit, wenn RSV-Wellen auftreten.
Ausblick
Der Rückgang der RSV-Fälle gilt als ermutigendes Signal für die Wirksamkeit moderner Präventionsmaßnahmen in der Pädiatrie. Gesundheitsbehörden und Kinderärzte hoffen nun, dass der Wirkstoff in Zukunft flächendeckend eingesetzt wird – und damit viele Krankenhausaufenthalte vermieden werden können.