Aktenzeichen: 25 IN 88/25
Am 21. August 2025 hat das Amtsgericht Wolfsburg ein bedeutendes Verfahren eröffnet, das die wirtschaftliche Zukunft eines etablierten IT-Dienstleisters betrifft. Die MVI Group GmbH, mit Sitz in der Dieselstraße 33 in 38446 Wolfsburg und eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Braunschweig unter HRB 212162, befindet sich seit 14:00 Uhr unter vorläufiger Insolvenzverwaltung. Das auf Softwareentwicklung spezialisierte Unternehmen steht damit vor einer entscheidenden Zäsur.
Geschäftsführer Mike Schmidt, der die MVI Group GmbH leitet, sieht sich nun gemeinsam mit dem vom Gericht bestellten vorläufigen Insolvenzverwalter mit der Aufgabe konfrontiert, das Vermögen des Unternehmens zu sichern und eine mögliche Sanierung vorzubereiten. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Diplom-Wirtschaftsjurist Tobias Hartwig, MBA von der renommierten Kanzlei Schultze & Braun bestellt. Sein Büro befindet sich in der Museumstraße 5, 38100 Braunschweig. Die Kanzlei ist bundesweit für ihre Expertise in Unternehmenssanierungen bekannt und bringt Erfahrung aus zahlreichen vergleichbaren Verfahren mit.
Mit dem gerichtlichen Beschluss wurden sämtliche Verfügungen des Unternehmens über sein Vermögen unter den Zustimmungsvorbehalt des vorläufigen Insolvenzverwalters gestellt. Damit soll verhindert werden, dass Vermögenswerte dem Zugriff der Gläubiger entzogen oder in der aktuellen Situation unbedacht verwendet werden. Drittschuldner – also jene, die Zahlungen an die MVI Group GmbH zu leisten hätten – wurden ausdrücklich angewiesen, nur noch unter Beachtung des Beschlusses an den Insolvenzverwalter zu leisten.
Diese Maßnahmen verschaffen der MVI Group GmbH die nötige Zeit und den rechtlichen Rahmen, um bestehende Strukturen zu prüfen, Sanierungsoptionen zu sondieren und mit Gläubigern in den Dialog zu treten. Ob ein vollständiges Insolvenzverfahren eröffnet oder möglicherweise ein Insolvenzplanverfahren mit Fortführungsperspektive eingeleitet wird, hängt von den Ergebnissen der nun anstehenden wirtschaftlichen Prüfungen ab.
Betroffene Gläubiger sowie Geschäftspartner haben nun Gelegenheit, sich im Rahmen des weiteren Verfahrens zu positionieren. Für die MVI Group GmbH – bislang ein verlässlicher IT-Partner – beginnt nun ein Weg, der sowohl Herausforderungen als auch Chancen zur Neuaufstellung bereithält.
Der vollständige gerichtliche Beschluss ist in der Geschäftsstelle des Insolvenzgerichts Wolfsburg einsehbar. Zudem besteht die Möglichkeit, innerhalb einer Frist von zwei Wochen Beschwerde gegen die gerichtliche Entscheidung einzulegen, sofern berechtigte Einwände, insbesondere zur internationalen Zuständigkeit, geltend gemacht werden.
Mit der Einsetzung eines erfahrenen Insolvenzverwalters und dem juristischen Schutzrahmen steht nun alles im Zeichen der Stabilisierung und der möglichen wirtschaftlichen Erneuerung des Unternehmens.