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Kinderschutzverein fordert bessere Altersverifizierung und mehr Medienbildung im Netz

TungArt7 (CC0), Pixabay

Der Kinderschutzverein „Dunkelziffer“ hat deutlich strengere Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet gefordert. Hintergrund ist die wachsende Sorge, dass Minderjährige auf Plattformen immer häufiger mit problematischen Inhalten oder sogar mit sexueller Ausbeutung in Kontakt kommen.

Kritik an fehlender Alterskontrolle

Fachberaterin Gabi Lindner sagte dem MDR, dass eine verlässliche Altersverifizierung längst überfällig sei. Viele Plattformen fragten zwar nach dem Geburtsdatum, verließen sich jedoch allein auf die Eingabe durch die Nutzer. Diese einfache Hürde sei für Kinder leicht zu umgehen und biete keinerlei echten Schutz. „Es kann nicht sein, dass sich jedes Kind mit einem Klick älter macht und sofort Zugang zu pornografischen oder gewaltverherrlichenden Inhalten bekommt,“ so Lindner.

Sie forderte die Bundesregierung auf, verbindliche gesetzliche Vorgaben zu machen, und die Betreiber von Online-Portalen in die Pflicht zu nehmen, sichere technische Lösungen einzusetzen. Diskutiert werden unter anderem Verfahren über Ausweisdaten, Bank-Ident-Verfahren oder biometrische Lösungen, die aber datenschutzrechtlich sorgfältig geprüft werden müssten.

Medienbildung in Schulen

Neben technischen Schutzmaßnahmen sieht „Dunkelziffer“ auch dringenden Handlungsbedarf in der Bildungsarbeit. Kinder und Jugendliche müssten lernen, mit digitalen Medien verantwortungsvoll umzugehen und Risiken frühzeitig zu erkennen. Dazu gehöre, dass Medienkompetenz in Schulen systematisch vermittelt werde – nicht nur als Randthema im Informatikunterricht, sondern fächerübergreifend und praxisnah.

Eltern in der Verantwortung

Auch die Eltern seien gefordert, betonte Lindner. Sie müssten die Smartphone- und Internetnutzung ihrer Kinder aktiv begleiten und klare Regeln aufstellen. Dazu gehöre, sich für die Online-Welten der Kinder zu interessieren, über mögliche Gefahren zu sprechen und notfalls auch technische Schutzmaßnahmen wie Filter oder Nutzungszeiten einzusetzen. „Es reicht nicht, den Kindern einfach ein Smartphone in die Hand zu drücken. Eltern müssen hinschauen und im Alltag begleiten,“ sagte Lindner.

Gemeinsames Vorgehen notwendig

Nach Ansicht des Vereins kann Kinderschutz im Netz nur dann wirksam sein, wenn Politik, Plattformbetreiber, Schulen und Eltern gemeinsam Verantwortung übernehmen. Ohne verbindliche Regeln und konsequente Umsetzung bleibe die Gefahr bestehen, dass Kinder im Internet auf Inhalte stoßen oder in Situationen geraten, die für sie gravierende Folgen haben können.

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