In Berlin ist die umstrittene Mohrenstraße offiziell umbenannt worden. Die ersten neuen Straßenschilder wurden bereits angebracht. Ab sofort trägt die Straße im Bezirk Mitte den Namen Anton-Wilhelm-Amo-Straße. Die feierliche Enthüllung der Schilder ist für Samstag vorgesehen, teilte das Bezirksamt mit.
Hintergrund der Umbenennung
Die Entscheidung folgt einem jahrelangen Streit um den bisherigen Straßennamen, der aufgrund seiner rassistischen Konnotation seit Langem in der Kritik stand. Initiativen und zivilgesellschaftliche Gruppen hatten wiederholt auf die diskriminierende Wirkung hingewiesen und eine Neubenennung gefordert. Nach intensiven Debatten beschloss die Bezirksverordnetenversammlung schließlich die Umbenennung.
Wer war Anton Wilhelm Amo?
Der neue Name erinnert an Anton Wilhelm Amo (1703–1759), der als Kind aus dem heutigen Ghana nach Europa verschleppt wurde und später in Deutschland lebte. Trotz widriger Umstände gelang ihm eine herausragende akademische Karriere: Amo promovierte als erster afrikanischstämmiger Philosoph und Jurist an deutschen Universitäten und lehrte in Halle, Wittenberg und Jena. Mit der Namensgebung soll sein Wirken sichtbar gewürdigt werden.
Symbolische Bedeutung
Mit der Umbenennung will der Bezirk ein Zeichen setzen – gegen rassistische Begriffe im öffentlichen Raum und für ein bewusstes Erinnern an bislang kaum gewürdigte Persönlichkeiten der deutschen Geschichte.
Kontroverse bleibt
Trotz der klaren Entscheidung blieb die Umbenennung nicht unumstritten. Einige Anwohnerinnen und Anwohner kritisierten die Änderung, unter anderem wegen der mit ihr verbundenen Kosten für neue Dokumente oder Firmenschilder. Befürworter betonen hingegen, dass die neue Namensgebung ein überfälliger Schritt sei, um diskriminierende Sprache aus dem Stadtbild zu entfernen.