Der Bonner Logistikkonzern DHL hat den Versand von Paketen in die Vereinigten Staaten erheblich eingeschränkt. Wie das Unternehmen mitteilt, werden bis auf Weiteres nur noch Sendungen transportiert, die ausdrücklich als Geschenk gekennzeichnet sind. Für reguläre Warensendungen sei der Versand derzeit nicht möglich. Wie lange diese Sonderregelung in Kraft bleibt, ist unklar.
Internationale Reaktionen auf US-Erlass
DHL ist nicht der erste Anbieter, der reagiert: Bereits in den vergangenen Tagen hatten Post- und Paketdienste in Österreich, Belgien und Schweden ähnliche Schritte angekündigt. Grund ist ein aktueller Erlass von US-Präsident Donald Trump, wonach die bisherige Zollfreiheit für Wareneinfuhren bis zu einem Warenwert von 800 US-Dollar abgeschafft wird.
Deutlich höhere Kosten für Importe
Künftig müssen auch für kleine Sendungen Zölle zwischen 80 und 200 Dollar pro Artikel entrichtet werden. Das bedeutet: Selbst geringwertige Waren, die bisher problemlos und zollfrei in die USA verschickt werden konnten, unterliegen nun hohen Abgaben. Logistikunternehmen rechnen daher mit erheblichen Verzögerungen in der Abfertigung und zusätzlichen Kosten für Versender wie Empfänger.
Folgen für Händler und Privatkunden
Besonders betroffen sind Online-Händler und kleinere Exporteure, die bislang auf das transatlantische Geschäft gesetzt haben. Viele von ihnen sehen ihr Geschäftsmodell durch die neuen Vorschriften gefährdet, da Versandkosten und Zollabgaben in keinem Verhältnis mehr zum Warenwert stehen. Aber auch Privatkunden, die Geschenke oder persönliche Waren in die USA verschicken wollen, müssen mit Unsicherheiten rechnen – nur ausdrücklich deklarierte Geschenksendungen werden aktuell noch befördert.
Ungewisse Perspektive
DHL erklärte, man prüfe derzeit Möglichkeiten, wie sich der Versand auch unter den neuen Rahmenbedingungen organisieren lässt. Ob und wann wieder reguläre Paketsendungen in die USA möglich sein werden, ist allerdings offen.
Klar ist: Die neuen US-Vorgaben sorgen nicht nur für Unsicherheit im internationalen Versandgeschäft, sondern verschärfen auch die Handelskonflikte zwischen den Vereinigten Staaten und Europa.