Die Maul- und Klauenseuche (MKS) gilt als eine der gefürchtetsten Tierkrankheiten weltweit. Ein Ausbruch hätte für Landwirte und Tierhalter katastrophale Folgen: Weite Quarantänegebiete, massive wirtschaftliche Verluste und millionenfaches Tierleid wären die Folge. Nun melden deutsche Forscher einen wichtigen Fortschritt.
Am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Ostseeinsel Riems haben Wissenschaftler erstmals einen mRNA-Impfstoff gegen MKS erfolgreich erprobt. Die neue Vakzine, die in Zusammenarbeit mit Biotech-Firmen aus den USA und Australien entwickelt wurde, soll die Handhabung im Vergleich zu bisherigen Impfstoffen erheblich vereinfachen und zugleich einen effektiveren Schutz bieten.
„Die Ergebnisse sind sehr ermutigend“, erklärte das FLI. Der Impfstoff basiert – ähnlich wie die Vakzinen gegen das Coronavirus – auf der mRNA-Technologie. Diese erlaubt es, innerhalb kurzer Zeit auf neue Virusvarianten zu reagieren und Impfstoffe flexibel anzupassen. Für die Tiermedizin könnte dies eine kleine Revolution darstellen, denn bislang waren MKS-Impfstoffe aufwendig in der Herstellung, schwer zu lagern und teilweise nur begrenzt wirksam.
Die Maul- und Klauenseuche befällt Paarhufer wie Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen. Sie ist für Menschen ungefährlich, für Tiere jedoch hoch ansteckend. Schon ein einziger Ausbruch kann für einen ganzen Agrarsektor schwerwiegende Folgen haben. Europa gilt seit vielen Jahren als MKS-frei – doch Experten warnen, dass das Virus jederzeit wieder eingeschleppt werden könnte.
Bis der neue Impfstoff zugelassen werden kann, steht allerdings noch viel Arbeit an: weitere Studien, umfassende Sicherheitsprüfungen und schließlich die Zulassung durch die europäischen Behörden. Dennoch ist die Euphorie groß. Sollte die Zulassung gelingen, könnte der Impfstoff nicht nur in Europa, sondern vor allem auch in Afrika, Asien und Südamerika, wo MKS-Ausbrüche noch regelmäßig vorkommen, einen entscheidenden Beitrag leisten.
„Ein solcher Impfstoff würde die Seuchenbekämpfung weltweit verändern“, betonte ein Sprecher des FLI.