Ein dramatischer Polizeieinsatz erschütterte am späten Montagabend den Leipziger Stadtteil Reudnitz-Thonberg. Gegen 22.30 Uhr eilten zahlreiche Streifenwagen und Spezialeinsatzkräfte in die Fritz-Hanschmann-Straße, nachdem Nachbarn Hilfeschreie und Tumult gemeldet hatten. Wenig später fanden die Beamten in einer Wohnung eine schwer verletzte Frau und einen Jungen.
Die 42-jährige Frau erlag trotz sofortiger medizinischer Versorgung wenig später im Krankenhaus ihren Verletzungen. Der zehn Jahre alte Junge, der ebenfalls verletzt wurde, schwebte zunächst in Lebensgefahr. Inzwischen teilte die Polizei mit, dass er außer Lebensgefahr sei, aber weiterhin in einer Klinik behandelt werde.
Der Tatort wurde großräumig abgesperrt. Augenzeugen berichteten von einer regelrechten Großoperation der Polizei: Beamte mit Helmen, Schutzschilden und Maschinenpistolen sicherten den Hauseingang, während Notärzte und Rettungssanitäter versuchten, den Opfern zu helfen.
Noch am Abend konnte die Polizei einen 37-jährigen Tatverdächtigen mit deutscher Staatsangehörigkeit festnehmen. Er wurde direkt am Einsatzort gestellt. Die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei ermitteln nun wegen des Verdachts auf ein Tötungsdelikt.
Die Hintergründe der Tat liegen bislang im Dunkeln. Unklar ist, in welchem Verhältnis der Festgenommene zu den Opfern stand und welche Waffe zum Einsatz kam. Nachbarn berichteten, sie hätten eine verletzte Person aus der Wohnung taumeln sehen, die sich an die Brust fasste. Andere Anwohner hörten Polizisten rufen: „Auf den Boden!“ und „Runter, runter!“.
Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Für die Anwohner bleibt ein bedrückendes Bild zurück: eine von Blaulicht erhellte Straße, schwer bewaffnete Einsatzkräfte – und die Frage nach dem Warum.