In Frankreich hat ein unerwartet massenhaftes Auftreten von Quallen zu einer automatischen Abschaltung von gleich vier Reaktoren des Atomkraftwerks Gravelines geführt. Nach Angaben des Betreibers kam es in der Kühlwasserzufuhr zu Problemen, als die Meerestiere in großer Zahl die Filtertrommeln der Pumpstationen blockierten. Diese Pumpen sind für die Versorgung der Reaktoren mit Kühlwasser aus der Nordsee zuständig.
Der Betreiber erklärte, dass die Abschaltung eine rein vorsorgliche Maßnahme gewesen sei und keinerlei Gefahren für Anlagen, Personal oder Umwelt bestanden hätten. Die betroffenen Filteranlagen liegen zudem außerhalb des nuklearen Bereichs des Kraftwerks, sodass weder radioaktive Stoffe noch sicherheitsrelevante Systeme beeinträchtigt wurden.
Das AKW Gravelines an der französischen Nordseeküste ist eines der größten Kernkraftwerke Europas und versorgt einen erheblichen Teil Nordfrankreichs mit Strom. Vorfälle mit Quallen oder anderen Meereslebewesen sind zwar selten, kommen aber in Küstenanlagen immer wieder vor, insbesondere in warmen Sommermonaten, wenn Quallenpopulationen sprunghaft ansteigen.
Nach Angaben des Betreibers wird derzeit an der Reinigung der Filteranlagen gearbeitet. Die Reaktoren sollen schrittweise wieder ans Netz gehen, sobald die Kühlwasserversorgung vollständig gesichert ist.