In Afrika werden zwar immer weniger Nashörner illegal gejagt, doch der Rückgang der Bestände hält an. Das geht aus einem aktuellen Bericht der Internationalen Union für Naturschutz (IUCN) und der Artenschutzorganisation Traffic hervor. Die Experten warnen, dass andere Bedrohungen – wie anhaltende Dürren, Lebensraumverlust und eine unzureichende Naturschutzpolitik – die Erfolge im Kampf gegen die Wilderei zunichtemachen.
Nach Angaben des Berichts sank die Wildereiquote 2024 auf 2,15 Prozent und erreichte damit den niedrigsten Wert seit 2011. Dennoch nahm die Gesamtzahl der afrikanischen Nashörner im selben Jahr um 6,7 Prozent ab – auf nur noch geschätzte 22.540 Tiere.
Die Ursachen für diesen Rückgang liegen laut den Organisationen nicht allein in der illegalen Jagd. Viele Schutzgebiete leiden unter unzureichender Finanzierung und fehlender personeller Ausstattung. Gleichzeitig setzen Klimakrisen wie Dürren die Tiere zusätzlich unter Druck, da Wasser- und Nahrungsquellen versiegen.
Artenschützer fordern deshalb nicht nur eine konsequente Fortsetzung der Anti-Wilderei-Maßnahmen, sondern auch langfristige Strategien, um Lebensräume zu sichern, den Klimaschutz voranzutreiben und die lokalen Gemeinden stärker in den Naturschutz einzubinden. Nur so könne das Überleben der Nashörner in Afrika langfristig gesichert werden.