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„Great Jeans“ oder „Great Genes“? – American Eagle verteidigt Sydney Sweeney-Kampagne trotz Eklat

Gadini (CC0), Pixabay

Die Modemarke American Eagle Outfitters hat sich erstmals zur Kontroverse um ihre neue Werbekampagne mit Schauspielerin Sydney Sweeney geäußert – und bleibt trotzig dabei: „Sydney Sweeney Has Great Jeans“ sei wörtlich zu verstehen. Es gehe nur um Jeans – nicht Gene.

In einem Instagram-Statement vom 1. August stellt das Unternehmen klar:

„‚Sydney Sweeney Has Great Jeans‘ war und ist eine Hommage an unsere Jeans – IHRE Jeans. Ihre Geschichte. Und wir feiern weiterhin, wie jeder Mensch seine AE-Jeans auf eigene Weise mit Selbstbewusstsein trägt.“

Wortspiel mit Sprengkraft

Die Debatte begann nach dem Start der Herbstkampagne am 23. Juli. In einem Werbespot erklärt Sweeney mit schelmischem Lächeln:

„Gene werden von Eltern an Nachkommen vererbt – sie bestimmen Merkmale wie Haarfarbe, Persönlichkeit und Augenfarbe.
Meine Jeans sind blau.“

Was wie ein harmloses Wortspiel klingt (genes/jeans), wurde in sozialen Medien rasch als möglicher Bezug auf Eugenik interpretiert – also die pseudowissenschaftliche Idee, Menschen durch selektive Fortpflanzung „verbessern“ zu können.

Kritiker warfen der Marke vor, mit einer „blonden, blauäugigen“ Werbefigur den Eindruck zu erwecken, diese habe „gute Gene“. Prompt folgten Parodie-Videos, Memes – und spöttische Kommentare etwa von Popstar Doja Cat.

Unterstützung von der Trump-Regierung

Während Sydney Sweeney selbst bislang schweigt, erhält sie unerwartete Rückendeckung: von US-Vizepräsident JD Vance, Senator Ted Cruz und Trumps Kommunikationschef Steven Cheung, der auf X schrieb:

„Das ist Cancel Culture in Reinform. Die Leute haben genug davon. Solche hirnverbrannten, überempfindlichen Vorwürfe sind genau der Grund, warum die Amerikaner 2024 so gewählt haben, wie sie gewählt haben.“

Jeans mit Botschaft

Trotz der Aufregung verfolgt die Kampagne auch wohltätige Ziele:

  • 100 % des Verkaufspreises der Sydney Jean gehen an die Crisis Text Line, die rund um die Uhr kostenlose psychologische Unterstützung bietet.

  • Eine Schmetterlingsstickerei auf der Gesäßtasche soll auf häusliche Gewalt aufmerksam machen – ein Thema, das Sweeney besonders am Herzen liege.

Provokation als Methode?

Marketingexperte Marcus Collins von der University of Michigan sieht in der Debatte womöglich Kalkül:

„Manche Marken setzen bewusst auf Reibung – gerade in einer Zeit, in der Diversitätsprogramme unter Druck stehen. Aufmerksamkeit ist die neue Währung.“

Ob American Eagle damit ins Schwarze oder daneben getroffen hat, wird sich zeigen. Eines steht jedoch fest: Über Jeans spricht derzeit ganz Amerika.

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