Der Vatikan hat ein ambitioniertes Klimaziel: Er will der erste vollständig CO₂-neutrale Staat der Welt werden. Dafür plant der kleinste Staat der Erde den Bau eines großflächigen Solarparks auf einem 430 Hektar großen Gelände in Santa Maria Galeria, nördlich von Rom. Italien hat dem Vorhaben inzwischen vorläufig zugestimmt.
Wie der Vatikan mitteilte, soll die Fläche zur nachhaltigen Stromerzeugung genutzt werden, ohne dabei die Umwelt oder die landwirtschaftliche Nutzung erheblich zu beeinträchtigen. Laut der getroffenen Vereinbarung bleibt die landwirtschaftliche Nutzung des Geländes erhalten. Die Photovoltaikanlagen sollen so integriert werden, dass Flora, Fauna und örtliche Nutzungen möglichst wenig beeinträchtigt werden.
Papst Franziskus setzt Zeichen für Schöpfungsverantwortung
Der Plan steht im Einklang mit der Klimapolitik von Papst Franziskus, der sich in seiner Enzyklika Laudato si’ bereits 2015 deutlich für einen umfassenden ökologischen Wandel ausgesprochen hatte. Mit dem Solarpark-Projekt setzt der Vatikan nun auch auf struktureller Ebene ein Zeichen: Weg von fossilen Energien, hin zu einer klimafreundlichen und nachhaltigen Energieversorgung – ganz im Sinne der moralischen Verantwortung gegenüber der Schöpfung.
Kleinstaat mit großer Signalwirkung
Obwohl der Vatikan mit weniger als einem halben Quadratkilometer Fläche der kleinste Staat der Welt ist, hätte seine vollständige CO₂-Neutralität symbolische Strahlkraft. Der geplante Solarpark wäre dabei ein zentraler Baustein: Er soll nicht nur den gesamten Strombedarf des Vatikans decken, sondern auch zeigen, dass selbst historisch geprägte Institutionen aktiv zur Bewältigung der Klimakrise beitragen können.
Ein konkreter Zeitplan für den Bau wurde bisher nicht genannt. Doch die Zustimmung der italienischen Behörden gilt als Meilenstein auf dem Weg zur Umsetzung des Projekts.