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„Ein wenig Anstand bitte!“ – Französischer Badeort geht gegen nackte Oberkörper vor

FotografieLink (CC0), Pixabay

Im beliebten französischen Badeort Les Sables-d’Olonne an der Atlantikküste sorgt eine neue Regelung für Diskussionen: Die Stadtverwaltung mahnt Urlauber und Einheimische zu mehr Kleidung auf öffentlichen Straßen – und will das Herumlaufen in Badebekleidung außerhalb des Strandes künftig mit Bußgeldern ahnden.

Stadtverwaltung greift durch: Keine Badehose in der Innenstadt

„Immer häufiger sehen wir Menschen, die im Bikini oder mit nacktem Oberkörper durch die Stadt laufen – direkt vom Strand auf die Promenade oder in den Supermarkt“, erklärte Bürgermeister Yannick Moreau. Das sei „unanständiges Verhalten“ und passe nicht zum öffentlichen Raum. Er betont: „Es ist an der Zeit, noch einmal deutlich zu sagen: In Les Sables-d’Olonne ist es verboten, mit nacktem Oberkörper oder in Badehose durch die Straßen zu laufen. Ein wenig Anstand bitte!“

Die Stadt beruft sich dabei auf bestehende Vorschriften zur öffentlichen Ordnung, die nun gezielt durchgesetzt werden sollen. Wer sich nicht daran hält, muss mit einem Bußgeld von bis zu 38 Euro rechnen. Die Regelung gilt für Männer wie Frauen – freier Oberkörper oder knappe Badekleidung sollen außerhalb des Strandes tabu sein.

Balance zwischen Tourismus und öffentlichem Respekt

Les Sables-d’Olonne ist einer der bekanntesten Badeorte der französischen Atlantikküste und zieht jährlich Tausende Touristen an – darunter auch viele Familien. Die Stadtverwaltung betont, es gehe nicht um Strenge, sondern um Respekt gegenüber anderen. „Es geht nicht darum, Urlauber zu gängeln“, so Moreau, „sondern darum, dass der öffentliche Raum nicht zur Verlängerung des Strandes wird.“

Vor allem Geschäftsinhaber und Anwohner hätten sich über das zunehmend freizügige Auftreten von Strandbesuchern beschwert. Die Maßnahme soll auch dem Wunsch nach einem gepflegten Stadtbild und einem respektvollen Miteinander Rechnung tragen.

Reaktionen: Zwischen Zustimmung und Spott

Die Reaktionen auf die Initiative sind gemischt. Während viele Einheimische die Maßnahme begrüßen und auf „gute Sitten“ pochen, sehen Kritiker darin eine unnötige Bevormundung. In sozialen Netzwerken machen sich manche Nutzer über die vermeintliche Prüderie lustig. Andere wiederum begrüßen die klare Ansage als Schritt zu mehr Rücksichtnahme im öffentlichen Raum.

In Frankreich ist Les Sables-d’Olonne nicht der erste Ort, der sich gegen freizügiges Verhalten abseits des Strandes stellt. Auch andere Badeorte wie Cannes oder Saint-Tropez hatten in der Vergangenheit ähnliche Regelungen eingeführt – meist mit dem Ziel, ein kultiviertes Stadtbild aufrechtzuerhalten.

Fazit

Mit der neuen Regelung setzt Les Sables-d’Olonne ein Zeichen – nicht gegen das Badevergnügen, sondern für klare Grenzen zwischen Strand und Stadt. Ob das Bußgeld tatsächlich häufig verhängt wird oder vor allem abschreckende Wirkung haben soll, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch klar: Der Bürgermeister meint es ernst mit dem Appell an den guten Geschmack – und an den Stoff auf der Haut.

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