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Warten auf den Aufschwung: Konsumlaune sinkt

kalhh (CC0), Pixabay

Eigentlich hieß es, bald gehe es wirtschaftlich aufwärts – doch der neue Konsumklimaindex zeigt ein anderes Bild. Er sinkt erneut und spiegelt damit eine Stimmung wider, die von Unsicherheit, Zurückhaltung und Sparsamkeit geprägt ist.

In Deutschland bleibt die Konsumfreude gedämpft. Hohe Preise und eine allgemeine Unsicherheit führen dazu, dass Menschen seltener einkaufen oder größere Anschaffungen aufschieben.

Selbst neue Shopping-Hotspots wie das Überseequartier in Hamburg, das mit Kreuzfahrtanleger, Gastronomie und Wetterschutz wie ein Konsumparadies wirkt, können daran wenig ändern. Viele kommen zwar zum Bummeln – aber ohne viel zu kaufen. Trotz zahlreicher „Sale“-Schilder bleiben viele Einkaufstaschen leer.

Die zurückhaltende Kaufstimmung lässt sich auch statistisch belegen. Der Konsumklimaindex, der seit der Corona-Pandemie starken Schwankungen unterliegt, liegt derzeit bei -21,5 Punkten. Besonders starke Einbrüche gab es nach dem russischen Angriff auf die Ukraine und politischen Umbrüchen wie der Rückkehr von Donald Trump in das Amt des US-Präsidenten.

Konsumforscher erklären die anhaltende Zurückhaltung mit fehlender Planungssicherheit – sowohl im globalen als auch im nationalen Kontext. Verbraucherinnen und Verbraucher zögern, größere Ausgaben zu tätigen, weil sie nicht wissen, was sie in den kommenden Monaten erwartet. Wirtschaftliche Unsicherheit, geopolitische Spannungen und die Angst vor Jobverlust hemmen die Kauflaune.

Auch das ifo-Institut meldete zuletzt einen Rückgang des Geschäftsklimaindex – eine Folge der sinkenden Konsumbereitschaft und der daraus resultierenden schlechten Auftragslage in vielen Branchen.

Wirtschaft ist zu einem großen Teil Psychologie, sagen Experten. Um die Stimmung zu verbessern, braucht es mehr als milliardenschwere Investitionsankündigungen. Verlässlichkeit und Berechenbarkeit seien entscheidend – insbesondere, wenn es um das verfügbare Einkommen geht. Maßnahmen wie der Wegfall der Stromsteuersenkung für private Haushalte gelten in diesem Zusammenhang als kontraproduktiv.

Dabei gäbe es durchaus positive Signale: Die Inflation ist auf etwa zwei Prozent gesunken – ein Niveau, das viele Ökonomen als gesund einschätzen. Manche Produkte, wie Unterhaltungselektronik, sind sogar günstiger geworden. Und in einigen Branchen konnten Löhne spürbar steigen.

Doch die gefühlte Unsicherheit überwiegt. Viele Menschen sparen lieber, statt ihr Geld auszugeben. Das lässt sich auch in Zahlen ablesen: Die Sparquote ist um ein Prozent gestiegen – was rund 25 Milliarden Euro entspricht, die nun auf Sparkonten oder in Wertpapieren liegen, statt in den Einzelhandel oder die Wirtschaft zu fließen.

Im Einkaufszentrum bestätigt sich dieses Bild: Besucher bummeln, schauen – doch kaufen wenig. Viele sagen, sie müssten ihr Geld zurückhalten, da alles teurer werde. Andere fordern stärkere politische Entlastungen, etwa durch niedrigere Steuern.

So bleibt der private Konsum – eigentlich ein zentraler Motor der Binnenkonjunktur – weiterhin unter Druck. Und mit ihm der wirtschaftliche Aufschwung, der sich trotz guter Prognosen noch nicht einstellen will.

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