In Nürnberg haben am Samstagmittag rund 25 Tierschützer mit einer Blockadeaktion vor dem Tiergarten gegen die geplante Tötung mehrerer Guinea-Paviane protestiert. Vier Aktivisten klebten sich am Boden fest und mussten laut Polizei mit Lösungsmitteln gelöst werden. Ihnen droht nun ein Bußgeld wegen Verstoßes gegen das Versammlungsrecht.
Der Protest richtet sich gegen eine umstrittene Entscheidung des städtischen Tiergartens: Seit Februar ist geplant, einen Teil der Pavian-Gruppe zu töten, da die Anlage als zu klein gilt und andere Maßnahmen zur Reduzierung der Gruppe gescheitert sind. Weder Verhütungsmittel noch eine Abgabe der Tiere an andere Zoos zeigten Erfolg.
Die Aktion der selbsternannten „Pavianfreunde“ sorgt in der Stadt für Diskussionen. Während Tierschützer den Schritt als ethisch nicht vertretbar kritisieren, verweist der Tiergarten auf die zunehmende Aggressivität innerhalb der Horde und die fehlenden räumlichen Alternativen. Eine endgültige Entscheidung zur Tötung einzelner Tiere steht offenbar noch aus.
Die Polizei begleitete die Protestaktion, die friedlich verlief. Der Tiergarten blieb währenddessen für Besucher geöffnet. Die Debatte um den Umgang mit den Pavianen dürfte durch die Aktion neuen öffentlichen Druck auf die Verantwortlichen erzeugen.