Eine neue, hochgesicherte Hafteinrichtung für Migranten im Herzen der Everglades sorgt in den USA für Diskussionen. Die von Floridas Gouverneur Ron DeSantis initiierte Anlage, die von Medien als „Alligator Alcatraz“ bezeichnet wird, wurde Anfang Juli 2025 auf dem Gelände des Dade-Collier Training and Transition Airports errichtet – etwa 70 Kilometer westlich von Miami. Die abgeschiedene Lage mitten in einem sumpfigen Naturschutzgebiet mit Alligatoren, Schlangen und dem seltenen Florida-Panther gilt als „ausbruchsicher“, so Behördenvertreter.
Die provisorische Zeltstadt besteht aus weißen Zelten, Wohnmobilen und mobilen Gebäuden. Sie dient sowohl als Abschiebeeinrichtung für Tausende von Migranten ohne Papiere als auch als Übergangsunterkunft. Die Einrichtung wird von der Notfallbehörde Floridas in Zusammenarbeit mit Bundesbehörden wie dem Immigration and Customs Enforcement (ICE) betrieben. Die jährlichen Betriebskosten sollen laut Schätzungen über 450 Millionen US-Dollar betragen.
US-Präsident Donald Trump lobte die schnelle Errichtung des Lagers bei einem Besuch am 1. Juli und bezeichnete die Anlage als „vielleicht so gut wie das echte Alcatraz“. Zugleich stellte er klar: „Der einzige Weg hier raus ist die Abschiebung.“
Menschenrechtsorganisationen äußern scharfe Kritik an dem Projekt. Der „New York Times“ zufolge hätten nur etwa 60 % der Inhaftierten überhaupt eine Vorstrafe. Rund 900 Männer schlafen in Zelten – viele ohne ausreichende Belüftung oder medizinische Versorgung. Darüber hinaus gibt es massive Bedenken hinsichtlich der ökologischen Auswirkungen auf das sensible Ökosystem der Everglades, das laut National Park Service 36 bedrohten Tierarten Lebensraum bietet.
Die Eröffnung des Lagers fällt in eine Phase verstärkter Abschiebungen unter der Trump-Regierung. Beobachter werfen den Behörden vor, die Abschottungspolitik weiter zu verschärfen – mit fragwürdigen Mitteln.